Tiere sollen Selbstbewusstsein der Patienten stärken

Psychiatrie Haina: Erfolg bei Therapie mit Heuschrecken

Haina. Die Station G1.1. der Vitos-Klinik für forensische Psychiatrie in Haina setzt australische Heuschrecken bei der Therapie mit psychisch Kranken ein. Auch wenn die  Insekten zunächst abschreckend wirken, stärken die Tiere laut Pflegeteam die Kontaktfreudigkeit, das Wir-Gefühl und Selbstbewusstsein der Patienten.

Die Idee, Gespensterschrecken und indische Stabschrecken als Mitbewohner auf der Station einzuführen, hatte Krankenpfleger Danny Ludewig. Der Insekten-Fan besitzt ein Terrarium mit den „Schrecken“, wie er die exotischen Insekten nennt.

Mit seinen Schrecken brachte er viel Leben auf die Station, in der 17 Patienten mit Schizophrenie und starker Niedergeschlagenheit, Antriebsarmut und Energielosigkeit (Minussymptomatik) behandelt werden. Die meist sehr in sich gekehrten Patienten zeigten spontanes Interesse. Selbst diejenigen, bei denen anfänglich Abwehr überwog, sorgen sich nun um das Wohl der Tiere.

Die Andersartigkeit und Fremdheit der Insekten bringt die Patienten, denen der Aufbau von Beziehung schwer fällt, zum Reden. „Sie sprechen von ihren Gefühlen. Manche erzählen von Erinnerungen mit Tieren. Wir bekommen über die Schrecken leicht Kontakt zu den Patienten“, schildert der Krankenpfleger.

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Quelle: HNA

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