Frankenberg

Psychisch Kranken das Leben erleichtern

- Frankenberg (mba). Im Landkreis gibt es vier Treffpunkt-Vereine mit psychosozialen Beratungsstellen. Deren Unterstützungsangebote nehmen jährlich mehrere hundert Menschen in Anspruch. Der Kreisverband der Treffpunkte stellte seine neue Geschäftsstelle in Frankenberg vor.

Die Heilpädagogin Ronni Vöhl-Homberger und der Sozialpädagoge Friedhelm Koch kümmern sich als hauptamtlicher Vorstand des Treffpunkte-Kreisverbandes um die Geschäfte, die Verwaltung und die Buchhaltung für die vier Treffpunkt-Vereine in Korbach, Bad Arolsen, Bad Wildungen und Frankenberg, die Menschen mit psychischen Erkrankungen betreuen. Im August ist die Kreisgeschäftsstelle vom Frankenberger Untermarkt in ihre neuen Räume in der Siegener Straße 7 umgezogen, bei einem Tag der offenen Türen stellten sie diese am Freitag den Klienten der Treffpunkte vor. Der Waldeck-Frankenberger Kreisverband wurde 1987 als Zusammenschluss der Vereine gebildet, berichten die beiden Vorstandsmitglieder. Die vier Mitgliedsvereine wurden zwischen 1980 und 1986 unabhängig voneinander als psychosoziale Kontakt- und Beratungsstellen gegründet. „Es waren Selbsthilfeinitiativen von engagierten Bürgern“, sagt Ronni Vöhl-Homberger. Der erste Treffpunkt wurde 1980 in Korbach ins Leben gerufen, in Zusammenarbeit mit dem psychiatrischen Krankenhaus der Marburger Universität. Erklärtes Ziel war es, die schwierige Lebenssituation von psychisch erkrankten und seelisch behinderten Menschen zu verbessern. In der Geschäftsstelle des Kreisverbandes wird nicht nur die Verwaltung erledigt, sondern auch mit den Kostenträgern verhandelt – zuvorderst der Landeswohlfahrtsverband, das Land Hessen und der Landkreis –, sondern auch die verschiedenen Arbeitsbereiche und Angebote der Vereine koordiniert. Dazu gehören neben den Beratungsstellen auch „Betreutes Wohnen“ und Tagesstätten an allen vier Standorten sowie zwei Wohnheime in Korbach und Frankenberg. Die Treffpunkte bieten ferner „Begleitetes Wohnen in Familien“ an. In Frankenberg gibt es einen Integrationsfachdienst, der Menschen mit Behinderung im Berufsleben begleitet und berät und in Korbach eine Praxis für Ergotherapie. Auch gesetzliche Betreuungen übernehmen die Treffpunkt-Vereine. Die vier Vereine mit ihren kreisweit rund 200 Mitgliedern haben insgesamt 106 festangestellte Mitarbeiter mit pädagogisch-therapeutischen Ausbildungen wie Sozial- und Heilpädagogen, Heilerzieher, Pfleger oder Ergotherapeuten. „Im vergangenen Jahr hatten wir insgesamt 2333 Einzelberatungen und 590 Klienten“, sagt Friedhelm Koch. Das betreute Wohnen nehmen insgesamt 135 Menschen ab 18 Jahren in Anspruch, in den Wohnheimen sind 34 Menschen untergebracht, die Tagesstätten haben 55 Plätze. Manchen Menschen, die sich an die Treffpunkte wenden, ist mit einem einzigen Beratungsgespräch geholfen. Diejenigen, die die Angebote über einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen, haben verschiedene Krankheitsbilder, in erster Linie Persönlichkeitsstörungen, etwa manisch-depressive Erkrankung, Schizophrenie oder Borderline. Auch einige Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen sind darunter.Der Kreisverband ist auch für Qualitätssicherung, Schulung und Weiterbildung der Mitarbeiter sowie konzeptionelle Weiterentwicklung des Angebotes zuständig, erläutert Ronni Voehl-Homberger. Zum Ausblick auf die nächsten Jahre sagt sie: „Unsere Überlegungen gehen dahin, das Betreuungsangebot flexibler zu gestalten, Öffnungszeiten auszuweiten und niedrigschwelligere Angebote wie Begegnungsstätten zu schaffen.“

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