Theater in Gemünden

Das Publikum sucht den Mörder

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Große Aufregung beim Tanzabend: Dr. Knut Stiegendreher (Helmut Faust) liegt tot am Boden.Fotos: Ute Golde

Gemünden - Krimifreunde sind bei den beiden Aufführungen 2Jetzt oder nie" der Theatergruppe am vergangenen Wochenende voll auf ihre Kosten gekommen. Fast 300 Männer und Frauen waren am "Tatort" und mussten helfen, einen Mordfall zu lösen.

Ort des Geschehens war die Bühne im Hessischen Hof. Die Laiendarsteller hatten sie in den Aufenthaltsraum einer vornehmen Seniorenresidenz verwandelt. Heimleiterin Senta Gierling (Angelika Viereckl) ist stets um das Wohl ihrer gut betuchten Bewohner und ihres eigenen Geldbeutels bemüht.

Abwechslung in den tristen Alltag zwischen Massagen und Lesestunden soll ein Tanzabend bringen. Da taucht Ein-Euro-Jobberin Pinkie (Doris Hamatschek) auf. Das schrille Mädchen „berlinert“ sich gleich in die Herzen der Zuschauer und hat die Lacher auf seiner Seite. Die vornehme Charlotte Meierling (Barbara Bornmann) ist von Pinkies Sprüchen („Wer in die Höhe spuckt, dem fällt die Spucke irgendwann ins Gesicht“) nicht begeistert. Sie hat gerade einen reichen Arzt geheiratet und will die Residenz verlassen. Ihre Schwester Chlothilde (Cathrin Boucsein) soll sie begleiten und ihr den Haushalt führen.

Der Ehemann Dr. Knut Stiegendreher (Helmut Faust) taucht beim Tanzabend auf. So ganz nebenbei stellt er der vergesslichen, aber reichen Immobilienbesitzerin Gerda Senftleben (Bärbel Möbus) verfängliche Fragen für ein ärztliches Gutachten über deren geistigen Zustand. Nachdem er alle mit „mein Haus, mein Auto, mein Boot“ in Begeisterung versetzt hat, wird er im Laufe des Abends von Ex-Profiboxer und Privatdetektiv Bruno Kowalsky (Ekkehard Rindte) als Heiratsschwindler enttarnt. Nach einem leckeren Dessert bricht Dr. Stiegendreher plötzlich zusammen. Ein Pathologe im Publikum (Cordula Glöde) kann nur noch den Tod feststellen.

Da wegen eines Schneesturms die Polizei den Tatort nicht erreichen kann, übernimmt Bruno Kowalsky die Ermittlungen. Der Detektiv bittet das Publikum um Mithilfe: Den Tascheninhalt des Toten durften sie untersuchen und dann Zettel mit Namen und Motiv des Mörders abgeben. Die Zuschauer lassen sich nicht lange bitten und diskutieren in der Pause den Fall.

von Ute Golde

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