Strauß-Orchester bei den Kiwanis

Puszta-Zauber beim Neujahrskonzert

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Solistin Katja Bördner erwies sich beim Neujahrskonzert des Frankenberger Kiwanis-Clubs nicht nur als Wirbelwind auf der Bühne, sondern überzeugte auch bei den nachdenklicheren Stücken.Fotos: Armin Hennig

Frankenberg - Klanggewaltig hat sich das Johann-Strauß-Orchesters aus Frankfurt beim Konzert des Kiwanis-Clubs präsentiert. Das Publikum dankte mit lebhafter Beteiligung

Ungarn und seine Puszta hat die Komponisten immer wieder in seinen Bann gezogen und zu feurigen Klängen inspiriert, die auf Anhieb ins Ohr gehen. Die mitreißenden Melodien von Johann Strauß - Vater und Sohn -, Johannes Brahms, Emmerich Kálmán, Fred Raymond oder Nico Dostal bildeten die ideale Grundlage für ein temperamentvolles Neujahrskonzert in der Ederberglandhalle. Unter begeisterter Beteiligung der rund 400 Zuhörer ging es mit dem Radetzkymarsch zu Ende.

Das älteste Stück im Programm der Neujahrskonzerte des spielfreudigen Johann-Strauß-Orchesters aus Frankfurt ist der traditionelle Kehraus. Das Orchester spielte am Montagabend unter der Leitung von Stefan Ottersbach auf dem Podium. Solistin Katja Bördner erwies sich nicht nur als Wirbelwind auf der Bühne, sondern stieg zum Walzer „Dorfkinder“ gar von der Bühne herunter und entführte einen Herren aus dem Publikum auf die Tanzfläche.

Im Bann der Grazie

Mit ungewöhnlicher Beweglichkeit und großartiger Grazie hatte die Sopranistin die Frankberger zuvor schon in ihren Bann gezogen und als „Julischka aus Budapast“ und mit dem Auftrittslied der Gräfin Mariza aus der gleichnamigen Operette von Kálmán begeisterten Beifall herausgefordert. Im zweiten Teil erwies sie sich beim nachdenklichen „O habet Acht“ aus dem „Zigeunerbaron“ und „Spiel mir das Lied von Glück und Treu“ aus Nico Dostals „Ungarischer Hochzeit“ als Meisterin der leisen Töne, ohne bei nachdenklicheren Texten an Beweglichkeit einzubüßen. Besonders eindrucksvoll geriet der Sängerin das Zusammenspiel mit der ersten Geigerin bei den Trillern von Dostals Arie von Glück und Treu.

Mit der mitreißenden Zugabe „Heissa, so verliebt zu sein“ aus der „Csárdasfürstin“ krönte die Sängerin ihren Auftritt mit dem seinerseits zu absoluter Hochform aufgelaufenen Johann-Strauß-Orchester.

In seiner munteren Moderation und heiteren Komponistenportraits führte Stefan Ottersbach durch den Abend, gab einen Abriss der drei Zeitalter der Operette und die Lebenswege ihrer Meister, die einander nicht immer freundlich begegnet waren. Mit dem überaus beruhigenden Walzer „Zigeunerliebe „wirkte Franz Lehár zwar als Kontrast zu seinem Kollegen, kam aber musikalisch im Vergleich zu seinem auf Ungarn spezialisierten Rivalen Kálmán etwas zu kurz.

Der musikalische Schwerpunkt bei den Instrumentalkompostionen lag beim Namenspatron, der mit den Schnellpolkas „Eljen a Magyar!“ und „Unter Donner und Blitz“ und Auszügen aus dem „Zigeunerbaron“ ausführliche Würdigung erfuhr. Insbesondere die differenzierte Interpretation der Ouvertüre zum vom Komponisten als „Oper“ bezeichneten Werk mit den Soli für Klarinette, Flöte und Oboe erwies sich als Referenz für die Qualität des Orchesters. Das stellte seine Meisterschaft auch bei den beiden Ungarischen Tänzen in d-moll und g-moll von Johannes Brahms nachdrücklich unter Beweis.

Richtig heiter ging es bei den Zugaben zu, die schon das Faschingskonzert vorweg nahmen: So musste die Hornistin bei den schrillen Flötentrillern der Nachbarin am Pult zu Ohrenschützern Zuflucht nehmen und der erste Cellist besuchte zuletzt die Geigen und spielte auf dem Weg vom Zentrum an den Rand trotzdem weiter.

Kiwanis-Präsident Klaus Kästner hatte das 15. Neujahrskonzert im Jubiläumsjahr eröffnet. Beim kurzen Blick auf die vergangenen 25 Jahre des Frankenberger Clubs wies er schon einmal auf die große Tanznacht am Smastag, 7. September, hin. Die Erlöse des Neujahrskonzerts kommen erneut Kindern aus einkommensschwachen Familien im Altkreis Frankenberg zu Gute, die dadurch den Mitmachzirkus „Zappzarapp“ besuchen können.

Von Armin Hennig

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