Ex-Außenminister Klaus Kinkel diskutiert über die aktuelle Ukraine-Krise

Putin, Polen und der Preis des Friedens

Der ehemalige deutsche Außenminister Klaus Kinkel ist zu Gast beim Literarischen Frühling und spricht über die aktuelle politische Lage in Polen und der Ukraine. (Foto: pr)

Frankenau-Ellershausen - Der ehemalige Außenminister Klaus Kinkel diskutiert mit einem der renommiertesten Historiker Polens, dem Warschauer Professor W?odzimierz Borodziej. Das Gespräch findet am Sonntag, 12. April, ab 11 Uhr in der Bärenmühle statt. Moderiert wird es von Hans Werner Kilz, dem langjährigen Chefredakteur der „Süddeutschen Zeitung“ und des „Spiegel“.

So nah ist der Krieg schon seit Langem nicht an Deutschland herangerückt: Der Kampf um die Ukraine gilt als eine der gefährlichsten Krisen seit Gründung der Europäischen Union. Wie geht man um mit der augenblicklichen Situation? Was will Putin und wie lässt sich die Krise wirksam entschärfen? Wie gefährlich kann Putin noch unseren Nachbarn im Osten werden, den Ländern, die zwischen Deutschland und Russland liegen?

Diese Fragen will der ehemalige Außenminister Klaus Kinkel mit dem Warschauer Professor Wodzimierz Borodziej diskutieren, einem der renommiertesten Historiker Polens. Das Gespräch, das am Sonntag, 12. April, um 11 Uhr im Landhaus Bärenmühle beginnt, wird von Hans Werner Kilz moderiert, dem langjährigen Chefredakteur der „Süddeutschen Zeitung“ und des „Spiegel“.

Freiheit erst seit 1989

Deutschland, Polen und Russland teilen eine schwierige Nachbarschaft miteinander. Sie war in den vergangenen 250 Jahren vor allem für die Polen mit ungeheuren Opfern verbunden: Mehrmals wurde ihr Land von Westen wie von Osten angegriffen und unterjocht, erst seit 1989 leben sie wieder in Freiheit und Selbstbestimmung. Ist ihre Unabhängigkeit, wie viele Menschen in Polen heute fürchten, durch Wladimir Putins Militäraktionen in der Ukraine wieder in Gefahr? Sollten Polen, Deutschland und die Nato Russland entgegenkommen oder noch entschiedener entgegentreten? Und welches ist in dieser schweren Krise der Preis des Friedens in Europa?

Klaus Kinkel und Wodzimierz Borodziej diskutieren über die unterschiedliche Sicht in den drei Ländern auf das Geschehen in der Ukraine und reflektieren dabei die historischen Hintergründe.

Fundiertes Fachwissen

Klaus Kinkel hat in seiner Zeit als deutscher Außenminister zwischen 1992 und 1998 in einer entscheidenden Phase der Neuordnung Europas nach dem Zusammenbruch des Kommunismus alle wichtigen Akteure der europäischen Politik persönlich kennengelernt und auch gute Kontakte nach Moskau gepflegt. Zuvor hatte er mehrere Jahre lang das Justizministerium und den Bundesnachrichtendienst geleitet, außerdem war er von 1993 bis 1995 Vorsitzender der FDP.

Prof. Wodzimierz Borodziej hat einen Lehrstuhl für Geschichte an der Universität Warschau inne und ist Co-Direktor des Imre-Kertész-Kollegs „Europas Osten im 20. Jahrhundert“ an der Universität Jena. Dort war er 2004/05 auch schon Gastprofessor, ebenso 1994/95 in Marburg. Sein Forschungsschwerpunkt ist das 20. Jahrhundert, sein Buch über die Geschichte Polens im 20. Jahrhundert gilt als Standardwerk.

Für die Matinée am 12. April ab 11 Uhr im Landhaus Bärenmühle in Ellershausen sind noch Karten erhältlich.

Von Andrea Pauly

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