Q-Fieber: Autos und Traktoren blockieren die Zufahrt zum Schafstall

Frankenau. Aufgebracht und besorgt verfolgen am Freitagnachmittag viele Menschen im Kellerwald-Städtchen Frankenau, was aus den mit dem Q-Fieber-Bakterium infizierten Schafen wird.

Q-Fieber: Schafherde erregt Unmut in Frankenau

Mehr als 50 Menschen stehen auf einem Feldweg, sieben Traktoren versperren die Zufahrt zu einem großen Schafstall im Bereich des Vogellehrpfades in Frankenau.

Lesen Sie auch:

Q-Fieber: 100 kranke Schafe sollen am Freitag nach Frankenau gebracht werden

Allen Protesten und Bemühungen zum Trotz werden gerade 100 trächtige Mutterschafe aus dem Lahn-Dill-Kreis mit einem Viehtransporter nach Frankenau gebracht. Eine Verbotsverfügung des Landkreises Waldeck-Frankenberg hatte das Regierungspräsidium Darmstadt zuvor aufgehoben.

Hintergrund: Der früher in Frankenau lebende Schäfer Holger Backhaus hatte in den letzten Jahren eine Schafherde mit über 1000 Tieren im Raum Gießen weiden lassen. Als Ende August bekannt wurde, dass fünf Muttertiere am Q-Fieber erkrankt sind, forderte der Lahn-Dill-Kreis den Schäfer per Verfügung auf, die erkrankten Tiere nach Frankenau zu transportieren, wo Holger Backhaus einen geschlossenen Stall besitzt.

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt, infizierte Muttertiere in geschlossenen Ställen zu halten. Dort sollen die trächtigen Schafe ihre Lämmer bekommen und mindestens drei Wochen in diesen geschlossenen Ställen bleiben. Das soll eine Ausbreitung des Q-Fiebers eindämmen.

Scharfe Kritik an der "Rückführung" erkrankter Schafe hat der Frankenauer Bürgermeister Björn Brede geübt. Er fürchtet nachhaltige Image-Schäden für den Fremdenverkehrsort Frankenau. Brede kritisierte den "Q-Fieber-Import in Hessens führende Tourismus-Region" un und nannte diesen "fahrlässig". Landrat Dr. Reinhard Kubat und der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf hatten vergeblich versucht, den Schaftransport mit einem "Brandbrief" an Hessens Sozialminister Grüttner zu stoppen.

Weil sich viele Menschen Sorgen um ihre Gesundheit machen, hat der Landkreis Waldeck-Frankenberg eine Telefon-Hotline eingerichtet. Unter der Nummer 0171-8217610 sind auch am Wochenende Mitarbeiter des Gesundheitsamtes erreichbar, und zwar am Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr sowie montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr. Weitere Informationen gibt es auch auf der Internetseite des Landkreises. (off/sal)

Quelle: HNA

Kommentare