Frankenau: Schäfer Backhaus klagt über fehlende Unterstützung

Mit Q-Fieber belasteten Mist beseitigt

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- Frankenau (pk). Holger Backhaus hat das Kapitel Q-Fieber gestern für sich abgeschlossen: Mit seinem Bruder und Mitarbeitern des Veterinäramtes hat er den Mist aus seinen Schafställen gefahren, gekalkt und abgelöscht. Das soll mögliche Viren im Mist endgültig abtöten.

Der Schäfer Holger Backhaus war gestern schon früh auf den Beinen. Um sechs Uhr fing für ihn die Arbeit in seinen Schafställen an. Gemeinsam mit seinem Bruder Mario Backhaus mistete er die Ställe, die in einem kleinen Tal außerhalb Frankenaus liegen, aus.

„Wir wollen das Thema Q-Fieber endlich abschließen“, sagte der Schäfer. Die vergangenen Monate seien eine starke Belastung für die Familie gewesen. „In Frankenau sollten sogar Unterschriften gesammelt werden, damit wir unsere Schafe hier nicht halten dürfen.“ Holger Backhaus fühlte sich in letzter Zeit öffentlich an den Pranger gestellt und alleine gelassen. „Dabei ist das eine Sache, für die ich nichts kann. Ich hab mir das Q-Virus ja nicht schicken lassen.“

Alleine gelassen fühlte Holger Backhaus sich auch gestern. Nachdem er mit seinem Bruder die Ställe ausgemistet hatte, mischten die beiden den Mist in einem Anhänger mit ungelöschtem Kalk. Weil Kalk ätzend ist und nicht in die Atemwege kommen dürfe, haben die Brüder die Frankenauer Feuerwehr um Hilfe gebeten. „Die haben mit ihren Atemschutzgeräten die richtige Ausrüstung. Aber die Feuerwehr hat sich geweigert, uns zu unterstützen“, ärgerte der Schäfer sich. „Wir wurden wieder im Regen stehen gelassen.“

Einen Teil der Arbeit übernahmen indessen die Mitarbeiter des Veterinäramtes: Holger Backhaus und sein Bruder Mario fuhren den gekalkten Mist auf einem Acker auf einen Haufen. Mit Ausnahme der Brüder Backhaus und der Mitarbeiter war gestern niemand in dem Gebiet rund um die Ställe unterwegs. Weiträumig waren alle Wege, die zum Stall führen, mit rot-weißem Flatterband und Warnschildern abgesperrt. Die Mitarbeiter des Veterinäramtes warteten in gelben Schutzanzügen auf einem Acker und löschten dort den gekalkten Mist ab. Bei diesem Vorgang werden laut Backhaus alle Viren, die sich eventuell in dem Mist befinden, abgetötet.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 16. Dezember.

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