Q-Fieber in Waldeck-Frankenberg ausgebrochen: 20 Menschen infiziert

Waldeck-Frankenberg. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg sind in der Gemarkung Bromskirchen sowie in Frankenberg-Rengershausen bei mehreren Menschen Q-Fieber-Infektionen festgestellt worden.

Auch Menschen in Hallenberg im benachbarten Hochsauerlandkreis sind betroffen. Das hat der Landkreis Waldeck-Frankenberg am Montagnachmittag offiziell gemeldet. Auf HNA-Anfrage ist für Waldeck-Frankenberg bislang von rund 20 betroffenen Personen die Rede. Q-Fieber ist eine Erkrankung, die vom Tier auf den Menschen übertragen wird.

Der Mensch steckt sich meist durch Einatmen der Bakterien im Staub oder in Tröpfchen in der Luft an. Somit ist eine Ansteckung auch ohne direkten Kontakt mit infizierten Tieren möglich. "Nach unseren Erkenntnissen sind mit an großer Wahrscheinlichkeit vor allem Schafe die Ansteckungsquelle für Menschen", heißt es vom Kreisausschuss des Landkreises.

Daher sei nicht auszuschließen, dass eine erhebliche Gefahr weiterer Übertragungen von Krankheitserregern des Q-Fiebers von Schafen und Ziegen auf den Menschen besteht.

Aktualisiert um 15.08 Uhr

In etwa der Hälfte der Fälle verläuft eine Infektion beim Menschen unbemerkt oder wie eine leichte Grippe. In akuten Fällen können hohes Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen auftreten. 

Die Erkrankung ist mit Antibiotika behandelbar. In Gebieten, in denen beim Menschen das Q-Fieber auftritt, sollten Kontakte zu Schafen, Ziegen und Rindern vermieden werden, heißt es vom Gesundheitsamt des Landkreises Waldeck-Frankenberg.

Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch sei nur in seltenen Fällen möglich. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten erster Symptome, beträgt zwei bis drei Wochen.

Service

Hier finden Sie Fragen und Antworten zum Q-Fieber

Das Gesundheitsamt rät Menschen, die sich in der Region aufgehalten haben, beim Auftreten der geschilderten typischen Krankheitszeichen sogleich ihren Hausarzt aufzusuchen. Risikogruppen, dazu zählen Menschen mit Herzklappenerkrankungen, Immunschwächeerkrankte und Schwangere, sollten sich in den betroffenen Gebieten auch ohne aktuelle Krankheitssymptome untersuchen lassen.

Die Ärztinnen und Ärzte und Krankenhäuser in der betroffenen Region sind über das Auftreten der Erkrankungen informiert. Der zuständige Dezernent, Erster Kreisbeigeordneter Peter Niederstraßer, erklärte, das Auftreten von inzwischen mehreren Erkrankungen bei Menschen und der Nachweis des Erregers bei Schafen habe dazu geführt, dass der Landkreis für die betroffenen Regionen eine Allgemeinverfügung für die Schaf- und Ziegenhalter zum Schutz der Bevölkerung erlassen habe. Diese wurde den Betroffenen direkt zugestellt.

Für weitere Fragen steht das Gesundheitsamt des Landkreises unter den Rufnummern 06451/743664 oder 05631/954479 zur Verfügung.

Dies sind nicht die ersten Fälle von Q-Fieber in Waldeck-Frankenberg. Im September 2009 waren beispielsweise rund 20 Menschen in Diemelstadt am Q-Fieber erkrankt. Zuvor waren bereis Schafe als mögliche Überträger von der Tierschau beim Rhodener Viehmarkt ausgeschlossen worden. (mam)

Quelle: HNA

Kommentare