Auszeichnung für das Café Nostalgie

Mit Qualität und nostalgischem Flair

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Elke Sommerlad und ihr Mann Thomas Zeh stehen lange für ihren Traum hinter dem Tresen und in der Backstube. Lohn ist das Lob der Kunden – und seit Samstag des renommierten Fachmagazins „Der Feinschmecker“.

Frankenberg - Preisgekrönt speisen ist in Frankenberg nicht mehr nur mittags und abends möglich, sondern seit Samstag auch zwischendurch: Das Café Nostalgie gehört zu den besten in ganz Deutschland.

Dass die Kuchen von Elke Sommerlad gut sind, steht außer Frage. Wie gut sie sind, hat sich offenbar bis nach Hamburg herumgesprochen. Irgendwann im vergangenen Jahr machte sich aus der dortigen Redaktion des Fachmagazins „Feinschmecker“ ein Tester auf den Weg an die Eder, um die Kuchen im nostalgischen Ambiente zu testen - sie haben ganz offensichtlich gemundet. Seit Samstag gehört das kleine Café an der Ecke von Ritterstraße und Steingasse zu den besten 450 in der Bundesrepublik.

Am Samstag kam die Urkunde, die bislang noch keinen Ehrenplatz an der Wand gefunden hat, mit der Post. „Das hat uns dann doch etwas überrascht“, sagt Elke Sommerlad. Dabei hatte sie bereits eine leichte Ahnung - die aber im geschäftigen Treiben der 80-Stunden-Wochen unterging: „Schon im Herbst hatte jemand angerufen, er sei vom ‚Feinschmecker‘, und wir sollten ins nächste Heft“, erinnert sich die Besitzerin des Cafés, die im August 2002 von der Supermarktkasse in die Selbstständigkeit wechselte. Sie hätte telefonisch ein paar Fragen beantworten müssen, „und dann habe ich den Anruf schnell wieder vergessen, weil wir so viel zu tun haben“, sagt Sommerlad.

Tatsächlich ist das kleine Café meist gut gefüllt. Wochentags backt die Chefin täglich sechs bis acht Torten, ohne gelernte Konditorin zu sein. Am Wochenende werden es auch mal doppelt so viel. Mit dem Backen beginnt sie, sobald der letzte Gast gegangen, der letzte Tisch wieder sauber ist. „Und das kann dann auch mal Mitternacht werden, bis sie nach Hause kommt“, sagt ihr Mann Thomas Zeh. Er übernimmt die „Frühschicht“ im Café und serviert den Gästen Frühstück.

Wie auch beim Kuchen sind dabei die Zutaten überwiegend aus der Region - und zumeist in Bio-Qualität. „Ich glaube, dass sich diese Qualität auch auszahlt“, zeigt sich Sommerlad überzeugt. Milchprodukte etwa stammten aus dem Upland, Eier von einem Bio-Hof.

Nicht nur Stammkunden

Dass der Geschmack stimmt, merkt Sommerlad an ihren Stammgästen: „Viele kommen extra aus Marburg oder aus Winterberg“, weiß sie. Und Niederländer: „Viele kommen seit zehn Jahren, machen eigentlich im Sauerland Urlaub und machen Abstecher nach Frankenberg“, erzählt sie. Freundschaftliche Bindungen hätten sich so schon ergeben.

Und doch: „Wir brauchen die Laufkundschaft“ - und die sei in den vergangenen Jahren stetig weniger geworden. Gerade am Samstag, früher der klassische Familien-Einkaufstag, mache sich die Situation in der Fußgängerzone auch in dem Café bemerkbar. Im Sommer jedoch lebt das Café vornehmlich von den Touristen. „Auch wenn wir leider keinen schönen Außenbereich bieten können“, bedauert die Inhaberin. Die Besucher stört das wenig - viele loben das Gesamtensemble, den Flair von früher: hohe Stuckdecke, makellos weiße Tischdecken und Schürzen der Bedienung, Porzellan wie aus dem 19. Jahrhundert - und ein freundliches Lächeln, ein netter Spruch vom Personal. Neben dem Inhaber-Ehepaar arbeiten vier Damen in dem Café. Auch für ihre Arbeit ist die Auszeichnung durch das angesehene Fachmagazin Würdigung. „Es ist eine ganz besondere Ehre, da reinzukommen“, sagt Sommerlad. Unter Druck, den Erfolg zu wiederholen, sieht sich das Paar indes nicht: „Unsere Qualität bleibt so gut, wie sie immer war“, sagt Thomas Zeh.

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