Löhlbach

Qualität des Unterrichts in Löhlbach auf dem Prüfstand

- Haina-Löhlbach (apa). Die Hainaer Gemeindevertreter thematisieren am Donnerstagabend den Vorschlag, dass Schüler aus dem Gemeindegebiet künftig nicht mehr die Kellerwaldschule in Frankenau besuchen dürfen. Ziel der Resolution ist es, die Schulen im Hainaer Gemeindegebiet zu erhalten. Das betrifft besonders den Standort der „Schule unter den Linden“ in Löhlbach.

Derzeit haben zwölf von dreizehn Löhlbacher Eltern, deren Kinder im Sommer eingeschult werden, Anträge beim Staatlichen Schulamt für eine so genannte Gestattung gestellt: Sie wollen ihre Kinder in Frankenau zur Schule schicken und nicht in ihrem Heimatdorf. Als Grund nennen sie die Betreuungsmöglichkeiten in Frankenau.

Allerdings räumt der zuständige Schulaufsichtsbeamte Rolf Römer vom staatlichen Schulamt in Fritzlar ein, dass es sich um eine ungewöhnlich hohe Zahl von Anträgen handelt. „Da steckt mehr dahinter“, sagt Römer. Was dahinter steckt, weiß Bürgermeister Rudolf Backhaus: „Es gibt Beschwerden über die Qualität des Unterrichts in Löhlbach“.

Laut Römer ist die Qualität des Unterrichts aber kein Grund für eine Ausnahmeregelung. Würden Eltern diese bemängeln, müsse das Schulamt für eine gleichwertige Qualität des Unterrichts sorgen, statt die Schüler an eine andere Schule zu verweisen.

Die Anträge der Löhlbacher Eltern liegen vorerst „auf Eis“. Zunächst sollen Gespräche mit der Gemeinde, dem Landkreis als Schulträger und den Betroffenen geführt werden.

Die Grundschule in Löhlbach ist klein, der Unterricht der 42 Schüler findet in zwei Klassen statt. Doch gerade für die Hauptfächer wünschen sich die Eltern getrennten Unterricht. Bei nur 2,5 Lehrerstellen ist das aber nicht möglich.

Diese Beschwerden und Wünsche nimmt Backhaus ernst. Allerdings sei die Lösung, die Kinder nach Frankenau zu schicken, die falsche, sagt der Verwaltungschef, zumal der klassenübergreifende Unterricht in Haina keine Probleme darstelle. Statt die Kinder zu einem besseren Unterricht zu bringen, müsse die Qualität des Unterrichts in Löhlbach wieder sichergestellt werden.

Hier sieht Backhaus Susanne Weber in der Pflicht – die Leiterin der Frankenauer Grundschule ist auch zuständig für die Verwaltung der „Schule unter den Linden“ in Löhlbach. Es sei wichtig, den dortigen Unterricht auf demselben Niveau zu halten wie in Frankenau, betont Backhaus. Diese Forderung ist Bestandteil der Resolution.

Für Susanne Weber ist klar, warum sich die Eltern für Frankenau entscheiden: Dort ist eine Betreuung von 7.30 bis 15.30 Uhr möglich, außerdem gebe es auch ein breiteres Bildungsangebot. „In Löhlbach decken wir nur ab, was wir müssen“, sagt Weber und verweist auf die immense Belastung der Kolleginnen in der kleinen Schule im Hainaer Ortsteil.

Die Resolution soll dem Landkreis und dem zuständigen staatlichen Schulamt in Fritzlar vorgelegt werden. Entsprechend dem Vorschlag sollen diese beiden Behörden „alle Maßnahmen (...) unterlassen, die den Grundschulstandort in Haina-Löhlbach gefährden könnten“. Weiter heißt es darin: „Insbesondere dürfen keine Sondergenehmigungen mehr erteilt werden, die Kindern aus dem Einzugsbereich des Grundschulstandortes Haina-Löhlbach den Besuch einer anderen Grundschule außerhalb des Gemeindegebietes (...) gestatten.“ Sollten die Schülerzahlen in Löhlbach irgendwann so gering werden, dass die Schule dort geschlossen wird, würden die beiden Schulen in Haina zusammengelegt. „Dann muss es zu einer Konzentration in der Großgemeinde kommen“, betont Backhaus.

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