Offizieller Spatenstich für die Verlegung des Fernradweges R6 von Rosenthal nach Langendorf

„Rad-Freuden keine Grenzen gesetzt“

Beim gestrigen Spatenstich für den neuen Fernradweg R6: Planer Werner Sachs, der Landtagskandidat Elias Knell, die Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg, Rosenthals Bürgermeister Hans Waßmuth, Staatssekretär Steffen Saebisch, Bürgermeister Peter Hartmann, der Langendorfer Ortsvorsteher Bernhard Schneider, der Landtagsabgeordnete Heinrich Heidel, Hermann Hirt vom Kreisausschuss, Ralf Enderlein vom Fachdienst Wasser des Kreises und eine Mitarbeiterin von „Hessen-Mobil“.Foto: Schilling

Rosenthal - In nur drei Monaten soll der neue Weg fertig sein. Er kreuzt die Landesstraße nur noch an einer Stelle.

Enge Kurven, dicke Lastwagen, eilige Autofahrer - da ist es für Familien kein Spaß, mit dem Rad unterwegs zu sein. Solche Gefahrensituationen auf Radwegen sollten beseitigt werden, findet auch Staatssekretär Steffen Saebisch aus dem Wiesbadener Verkehrsministerium. Und so griff er gestern beherzt zum Spaten: Der Fernradweg R6 soll nicht länger über die vielbefahrene Landesstraße 3987 von Rosenthal nach Langendorf führen, er wird auf eine neue Trasse durchs Grüne verlegt.

Mit dem offiziellen Spatenstich an der Kreisgrenze begannen am Waldesrand die Bauarbeiten des seit 2008 geplanten Projektes. Gesamtkosten: rund 640000 Euro, davon entfallen 430000 Euro auf Rosenthal, der Rest auf Wohratal. Landeszuschuss: rund 450000 Euro.

Der neue Radweg sei „ein Garant für eine verbesserte Infrastruktur“, sagte Bürgermeister Hans Waßmuth. Er trage dazu bei, dass sich Menschen näher kämen - auch die Rosenthaler und Wohrataler. Beide Kommunen seien ja Mitglied in der grenzüberschreitenden Region Burgwald/Ederbergland.

Der neue Weg trage zudem zur Sicherheit der Radfahrer bei, die nicht mehr die Straße nutzen müssten. Allerdings bringe der Bau „erhebliche finanzielle Anstrengungen“ mit sich - das Land trage den größten Teil.

Waßmuth verwies auf die „zeitintensiven“ Planungen. Es sei ein langer Weg gewesen von der Idee über erste kalkulierbare Pläne und die Behördenabsprachen bis zum Baubeginn. Besonders für das Stück entlang der Bentreff zwischen Eichhof und Neuer Mühle habe ein Kompromiss mit der unteren Wasserbehörde des Kreises gefunden werden müssen, der einen aufwendigen Landtausch nach sich ziehe - die FZ berichtete. Mit dem Spatenstich „ernten wir den Erfolg, es wird ein sichtbares Zeichen gesetzt.“

Er lobte die gute Zusammenarbeit mit seinem Wohrataler Kollegen Peter Hartmann. Der wiederum würdigte Waßmuths „unermüdlichen Einsatz“. Der Weg sei ein Projekt der „interkommunalen Zusammenarbeit“. Das Land gebe seinen Zuschuss gerne, erklärte Saebisch, der sich über den „wunderschönen Tag in einer wunderschönen Landschaft“ freute.

Das Rad komme auch auf dem Land immer stärker zum Einsatz, es sei Aufgabe des Landes, verschiedene „Verkehrsträger“ besser zu verzahnen und Infrastruktur auch fürs Rad zur Verfügung zu stellen, damit die Einwohner die Wahl hätten.

Region wird attraktiver

Der neue Radweg steigere die Attraktivität der Region, sie werde auch für Touristen interessanter. Der Trend gehe weg von den langen Urlauben hin zu kürzeren „Erlebnisurlauben“ in der Umgebung - zu attraktiven Freizeitangeboten gehörten deshalb auch gut ausgebaute Radwege. „Das leisten Sie heute für die Region.“

Das Land habe in den vorigen zehn Jahren 200 Millionen Euro für den Ausbau bereit gestellt. Allein im vorigen Jahr habe es elf Millionen Euro in den Radwegebau entlang von Bundes- und Landesstraßen investiert und weitere 6,5 Millionen Euro für kommunale Vorhaben bewilligt, die Nachfrage übersteige die zur Verfügung stehenden Gelder um ein Vielfaches.

Saebisch lobte die beiden Bürgermeister, die das Projekt mit Engagement vorangetrieben hätten. „Auch ich wünsche mir das eine oder andere schneller“, sagte er mit Blick auf die komplizierten Planungen für die Bentreff. „Lassen Sie uns schnell den Spaten schwingen.“ Bei der Fertigstellung im November sei die Radsaison zwar schon vorbei, „aber 2014 sind den Freuden des Radfahrens dann keine Grenzen mehr gesetzt.“

Der Gemündener Planer Werner Sachs erinnerte an die langwierigen Planungen und stellte die Trasse vor. Es sei versucht worden, möglichst öffentliche Wirtschaftswege zu nutzen, um Grunderwerb zu vermeiden. Insgesamt vier Kilometer Weg würden gebaut. Drei Baufirmen haben die Aufträge erhalten, eine baut von Langendorf bis zur Kreisgrenze, eine von der Grenze bis zur Rosenthaler Kläranlage, und die dritte ist für einen zwölf Meter langen Holzsteg an der Kreisgrenze und zwei Brücken über den Mühlgraben und die Bentreff auf Rosenthaler Gebiet zuständig. Samt einer Strecke hinter der Kläranlage seien am Ende 5,4 Kilometer hergerichtet. Er hoffe auf unfallfreie Bauarbeiten, sagte Sachs.

Der Stromkonzern Eon nutzt die Arbeiten, um eine Freileitung mit 20000 Volt auf 2,8 Kilometern durch ein Erdkabel zu ersetzen, auf 1,6 Kilometern läuft es parallel zum neuen Weg. Das soll die Versorgungssicherheit erhöhen und das Landschaftsbild am neuen Radweg verschönern. Außerdem sollen drei Transformatorenstationen ausgetauscht werden.

Unter den Besuchern waren die Landtagsabgeordneten Claudia Ravensburg und Heinrich Heidel, Hermann Hirt vom Kreisausschuss, FDP-Politiker um den Kreisvorsitzenden Dieter Schütz, Behördenvertreter und Kommunalpolitiker aus Rosenthal und Wohratal. Mit einem Imbiss im Grünen klang der offizielle Akt aus.

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