Eisenbahntunnel bei Reddighausen ist noch geschlossen

Die Radler müssen sich noch gedulden

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Auf den Genuss, den Dodenauer Radwegtunnel zu durchfahren, müssen Radler noch bis zum 11. April verzichten: Trotz des guten Wetters bleiben die Portale geschlossen.Archivfoto: Andrea Pauly

Hatzfeld-Reddighausen - Der Sonnenschein hat am Wochenende ins Freie gelockt - auch auf dem Ederradweg war schon viel los. Doch zwischen Dodenau und Reddighausen müssen Radler einen großen Umweg in Kauf nehmen und über eine gefährliche enge Straße fahren: Der alte Eisenbahntunnel ist noch geschlossen.

Die Stadt Hatzfeld würde die Portale öffnen: „Aber uns sind die Hände gebunden“, sagte Bürgermeister Dirk Junker. Die Dauer der Schließung sei vom NABU nochmals bestätigt worden - auch im Rathaus habe es schon Nachfragen gegeben.

Erst am 12. April dürfe der Tunnel wieder geöffnet werden. „Das ist von der Oberen Naturschutzbehörde festgelegt werden“, sagte Heinz Schreiner vom Hatzfelder NABU-Ortsverband auf FZ-Anfrage.

In den Wintermonaten schlafen seltene Mopsfledermäuse an den Mauern des alten Radwegtunnels. Die beiden Portale werden dann verschlossen, Radler und Fußgänger dürfen sie nicht betreten. „Wir haben ein Schild am Tunnel aufgehängt und auf diese Situation nochmals hingewiesen“, sagte Dirk Junker.

Der Bürgermeister der Stadt Hatzfeld lässt heute allerdings den Tunnel durch den Fledermausschutzbeauftragten untersuchen und hofft auf eine schnelle Antwort vom NABU. „Wenn die Fledermäuse aktiv sind, dann könnte der Tunnel schon vor dem 12. April geöffnet werden.“ Darüber habe er gestern mit einem Vertreter der Oberen Naturschutzbehörde gesprochen. „Unsere Hoffnung ist, dass wir den Tunnel zum Wochenende freigeben können“. Denn besonders bei gutem Wetter, wie am vergangenen Wochenende, werde der Radweg bei Reddighausen gut genutzt. Viele Menschen seien dort unterwegs gewesen, haben laut Junker aber einen Umweg von rund sieben Kilometern fahren müssen.

In Bromskirchen sind die Fledermäuse offenbar schon früher aus der Winterpause erwacht: „Unser Tunnel darf am 1. April geöffnet werden, und das ist kein Aprilscherz“, berichtete Bürgermeister Karl-Friedrich Frese gestern auf FZ-Nachfrage. Die Gemeinde nutze den Tunnel im Winter als Lager, pünktlich zur Eröffnung sei er aber freigeräumt. Auch der dortige alte Eisenbahntunnel ist Teil eines Radwegs und wird im Winter von Fledermäusen bewohnt.

Unüblich ist die Schließung bis Mitte April allerdings nicht: Deutschlands größter Radwegtunnel, der 1173 Meter lange Milseburgtunnel bei Fulda, ist erst ab dem 15. April wieder geöffnet.

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