Bundeswehr unterstützt Gemeinde Burgwald

Mit Radpanzern gegen die Schulden

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Bürgermeister Lothar Koch nimmt vom Kompaniechef Matthias Simmes einen Scheck über 7,5 Millionen Euro entgegen. Der erste Beigeordnete Heinrich Hofmann, Oberstabsfeldwebel Ulrich Schlidt, der Vorsitzende der Gemeindevertretung Heinz Klem und Oberstabsfeldwebel Dirk Möller (von links) freuen sich, den finanziellen Engpass der Gemeinde überbrückt zu haben.Foto: Kutsch

Burgwald/Frankenberg - Die zweite Kompanie der Burgwaldkaserne hat zwei ihrer Panzer verkauft. Den Erlös in Höhe von 7,5 Millionen Euro haben die Soldaten der Gemeinde Burgwald gespendet, um sie aus einem finanziellen Engpass zu befreien.

Als Retter in der Not sind die Soldaten der zweiten Kompanie des Bataillons für Elektronische Kampfführung der Gemeinde Burgwald erschienen. Die Patenkompanie der Gemeinde erfuhr von dem finanziellen Engpass: Die Verwaltung konnte weder Gehälter, noch einige dringende Rechnungen bezahlen (die FZ berichtete).

„Uns verbindet eine großartige Kameradschaft mit der Gemeinde“, sagt Matthias Simmes. Er ist Kompaniechef bei der zweiten Kompanie, für die die Gemeinde Burgwald im vergangenen Jahr die Patenschaft übernommen hatte. „Deswegen wollen wir helfen.“

Die Soldaten verkauften daher im Rahmen eines „Sale-and-Lease-back“-Projektes zwei Radpanzer vom Typ Luchs. Dafür bekamen sie 7,5 Millionen Euro, die sie gestern der Gemeinde übergaben. „Damit dürfte der finanzielle Engpass der Gemeinde bis auf Weiteres vom Tisch sein“, sagte Bürgermeister Lothar Koch erfreut über die großzügige und unerwartete Spende der Patenkompanie.

„Wir mussten diesen Schritt gehen, um die Patenschaft zu retten“, sagte der Kompaniefeldwebel Oberstabsfeldwebel Dirk Möller. Denn laut einer Regelung des Bundesministeriums für Verteidigung müssen Patenschaften mit defizitären Kommunen sofort aufgelöst werden.

Dafür sei den Soldaten die freundschaftliche Verbindung zu der Kommune zu wichtig: Bei Grenzgängen, dem Patenschafts-Fest in der Kaserne und vielen Feierlichkeiten in der Gemeinde haben die Soldaten, die Kommunalpolitiker und die Bürger enge Beziehungen zueinander geknüpft. „Die Kompanie hat daher fieberhaft überlegt, wie sie der Gemeinde helfen könnte“, erklärte Möller. „Wir haben 26 solcher Radpanzer“, erläuterte Kompaniechef Simmer. „Deswegen haben wir uns entschieden, zwei von ihnen zu verkaufen und über die nächsten Jahrzehnte zurückzukaufen.“

„Wir sind dankbar für die Unterstützung“, sagte Koch. „Gut, wenn man so einen verlässlichen Partner hat, der auch in schlechten Zeiten zu einem steht.“ Die Gemeinde wolle die 7,5 Millionen Euro für den Raten-Rückkauf der beiden Radpanzer nun mit Hilfe der Bürger und einer ungewöhnlichen Spendenaktion zusammenbekommen: „Wir bitten alle Reservisten der Gemeinde, in den nächsten Jahren ihre Wehrübungen in der Patenkompanie abzuleisten und ihren Wehrsold in die Kasse der Kompanie einzuzahlen.“ Bürgermeister Lothar Koch will mit gutem Beispiel voran gehen und hofft, dass die Burgwalder Reservisten ihm folgen und die Idee umsetzen.

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