Burgwald

Räuber und Gendarm neu definiert

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- Burgwald (mix). Sinnloses Geballer und Verharmlosung des Krieges, sagen die einen. Teamsport und Spaß im Freien, sagen die anderen. Paintball ist ein umstrittenes Spiel. Im Burgwald gehen 26 junge Spieler ganz pragmatisch an die Sache heran.

Druckluft geprüft, Maske im Gesicht, das Gewehr mit Kugeln gefüllt. Letzte Anweisungen hallen über das Spielfeld, dann ein lautes „Go, go, go“ und schon läuft der 22-jährige David Thomas los, wild entschlossen, sein Gegenüber zu treffen – und mit Farbe zu markieren: denn das ist das Ziel beim Paintball.

Das Spiel wird heiß diskutiert, wird nach Bluttaten wie in Winnenden in einem Atemzug mit „Killerspielen“ wie Counterstrike genannt. In Internetforen ist zu lesen, Paintball sei eine Tötungssimulation, ein sinnloses Herumballern und kein Sport. Auch, dass es Rechtsradikale für ihre „Wehrübungen“ verwenden oder dass Paintball für Amokläufe verantwortlich sei, schreiben Gegner des Spiels. Micha Donges, stellvertretender Vorsitzender des Vereins „megapaintball.burgwald“, hingegen sagt: „Paintball ist ein Teamsport. Es hat absolut nichts mit einem Killerspiel zu tun. Wir kleiden uns mit Paintballkleidung, keinem Camouflage [Anm. der Red.: Tarnkleidung] und der Spaß steht ganz klar im Vordergrund.“ Amokläufe habe es wegen dieses Sports noch keine gegeben und auch keine Aggressionen wie etwa in Stadien, sagt Donges.

„Wenn ein Spieler getroffen ist, verlässt er das Spielfeld, wischt sich ab und in der nächsten Runde geht es wieder von vorne los.“ Um die Kritiker davon zu überzeugen, dass Paintball kein kriegsverherrlichendes Spiel ist, lädt der Verein alle interessierten Erwachsenen ein, samstags ab zehn Uhr das Vereinsgelände zu besuchen und den Spielern über die Schulter zu schauen.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 1. September

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