Frankenberg

Räumdienst sehnt Tauwetter herbei

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- Frankenberg (rou). Der Winter hält die Mitarbeiter des Frankenberger Betriebshofes weiter in Atem, denn wenn sie nicht gerade die Straßen von Neuschnee räumen, beseitigen sie „Altlasten“ an den Straßenrändern. „Wir gehen an unsere Grenzen“, sagt Betriebshofleiter Martin Hecker.

Sie arbeiten, und arbeiten, und arbeiten – doch nur die wenigsten Bürger wissen diesen Einsatz zu schätzen. Dieser Eindruck hat sich jedenfalls in den vergangenen Wochen bei den Mitarbeitern des Frankenberger Betriebshofs verfestigt. Sie sind für die Verkehrssicherheit auf den Stadtstraßen und den städtischen Gehwegen verantwortlich. Martin Hecker hat zwar durchaus Verständnis für die Kritik am Zustand der Wege im Stadtgebiet und den Ortsteilen. Doch dem Betriebshofleiter bleiben die Hände gebunden, denn es mangelt an Salz, um die Fahrbahnen gänzlich schneefrei zu bekommen.

Nach seinen ersten Hochrechnungen würden in diesem Winter in Frankenberg etwa 2000 Tonnen Salz benötigt, den Bedarf der Frankenberger Straßenmeisterei für die Kreis-, Land- und Bundesstraßen nicht eingerechnet. Sich mit einer solchen Menge Streusalz zu bevorraten, sei sowohl finanziell als auch logistisch für eine Stadt wie Frankenberg illusorisch, sagt Hecker. „Wir haben nicht die Möglichkeit, uns für einen kompletten Winter einzudecken.“ Und in den vergangenen Jahren habe der Betriebshof auch Nachlieferungen erhalten. Den Vorwürfen der Verkehrsministerkonferenz, die Kommunen hätten nicht ausreichend Salz eingelagert, begegnet der Betriebshofleiter deshalb mit Kopfschütteln. Das Problem ist laut Hecker vielmehr, dass die Salzhersteller wie „K+S“ die Städte und Gemeinden zurzeit nicht beliefern könnten, weil deren Lager ebenfalls „leergefahren“ seien. „Ich habe zwischen den Jahren um einen Sattelzug mit 25 Tonnen Salz gebettelt“, sagt Hecker. Doch das Ansinnen war vergeblich. „K+S“ habe ihm mitgeteilt, dass sie selber zwei bis drei Wochen ohne tägliche Salzabfuhr benötigen würden, um ihren Bestand aufzufüllen.

In Verhandlungen ist Hecker deshalb mit einem anderen Unternehmen aus der Düngemittelindustrie. „Mit etwas Glück bekommen wir vielleicht Anfang Februar einen Zug mit einem Abfallprodukt aus der Düngemittelherstellung. Das ist nicht optimal, aber besser als nichts.“ Bei allen Bemühungen bleibe lediglich die bittere Erkenntnis: „Wir sind machtlos.“ Noch mehr für die Sicherheit der Bürger zu tun, als derzeit unternommen wird, ist laut Hecker nicht möglich.

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