Rathaussturm: Gemündener Narren kamen diesmal zu spät

Gemünden. Da hätten die Gemündener Narren in diesem Jahr wohl früher aufstehen müssen: Als sie gestern Mittag das Rathaus stürmen und Bürgermeister Frank Gleim entmachten wollten, war der Eingang mit Tannenbäumen verbarrikadiert.

Dann trat Peter Hartmann, Bürgermeister der Nachbargemeinde Wohratal und selbst Karnevalist, auf die Eingangstreppe – bewaffnet und uniformiert. „Ihr seid zu spät, die Wohrataler Bürgergarde hat das Rathaus bereits gestürmt“, rief er den Gemündenern zu. Aus den Rathausfenstern schossen seine Männer mit Konfetti, und Bürgermeister Frank Gleim blickte in Sträflingskleidung aus einem Fenster.

Sturm aufs Rathaus Gemünden - Narren kamen zu spät

Karneval in Gemünden

„Ihr seid draußen, und wir sind drin“, stellte Hartmann fest, „aber gegen zwei Kisten Bier wären wir zu einem taktischen Positionswechsel bereit.“

Das ließen sich die Damen des Gemündener Elferrats nicht zwei Mal sagen. Sie bahnten sich einen Weg durch das Tannengrün und stürmten das Rathaus. Mit Bürgermeister Gleim – jetzt in einem Kuh-Kostüm, passend zu den Dirndln der Frauen – kamen sie wieder heraus.

Und Gleim übergab den Narren schließlich für einen Tag die Macht über die Stadt: „Der Rathausschlüssel soll nun euer sein. Nur eine Bitte: Lasst mich am Mittwoch wieder rein“, rief er unter dem Applaus der Zuschauer.

Am Nachmittag zogen 15 Motivwagen und Fußgruppen durch die Hauptstraße – beobachtet von vielen hundert Menschen am Straßenrand.

Bereits am Rosenmontagabend hatten 600 Menschen zusammen in der Sport- und Kulturhalle eine bunte Prunksitzung gefeiert. Für Bürgermeister Frank Gleim war es „das beste Programm seit vielen Jahren“. (jpa)

Mehr lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

Kommentare