Forensik wird keine teuren Entlüftungsanlagen auf den Stationen einbauen

Rauchen nur auf dem Hof

Haina-Kloster. Das Rauchen auf den Stationen wird auch weiterhin in der Vitos-Klinik für Forensik in Haina-Kloster und der Außenstelle in Gießen verboten bleiben. Das teilte die stellvertretende Klinikleiterin Dr. Silke Kielisch in der Sitzung des Hainaer Forensikbeirates mit.

Somit können die psychisch kranken Straftäter, die auf gesicherten Stationen untergebracht sind, auch künftig nur beim Hofgang rauchen. Pro Tag haben sie Anspruch auf eine Stunde Hofgang.

Wie berichtet, hatte Klinikleiter Dr. Rüdiger Müller-Isberner nach Inkrafttreten des Nichtraucherschutzgesetzes im Oktober 2007 ein generelles Rauchverbot erlassen. Weder die 420 Patienten noch das Personal durften auf dem Klinikgelände in Haina und in der Außenstelle Gießen zur Zigarette greifen.

Dagegen hatten einige Patienten Beschwerde erhoben. Im März 2009 hatte das Oberlandesgericht Frankfurt ihnen in zweiter Instanz Recht gegeben. Seitdem dürfen die Patienten wieder draußen rauchen.

Um ihnen auch das Rauchen in den Gebäuden zu gestatten, ohne dass dabei Mitpatienten oder Klinikmitarbeiter durch den Rauch gestört würden, müssten besondere Rauchabzugsanlage eingebaut werden.

Eine solche Anlage wurde nach Auskunft von Silke Kielisch in der Gießener Klinik getestet. Diese Anlagen in der Größe einer Telefonzelle seien zwar hocheffektiv, aber sehr teuer.

Wenn sie in allen Stationen eingebaut würden, müssten dafür 500 000 Euro investiert werden. Hinzu kämen 100 000 Euro Wartungskosten jährlich. Das sei bei den knappen öffentlichen Kassen nicht machbar, sagte Dr. Kielisch. „Für das Geld können viele Kindergartenplätze geschaffen werden“, fügte sie hinzu.

Diese Haltung der Klinikleitung wird nach Angaben der Ärztin unterstützt durch eine Gesetzesänderung, die im März in Kraft trat. Danach werden forenische Kliniken als Krankenhäuser angesehen und nicht, wie bisher, Justizvollzugsanstalten gleichgesetzt.

Die meisten der Patienten, die 2007 zwangsweise mit dem Rauchen aufhören mussten, greifen nun wieder zur Zigarette, bedauerte Dr. Kielisch.

Von Martina Biedenbach

Quelle: HNA

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