Wiesbaden

Reddighäuser Firma Specht erhält Auszeichnung „Hessen-Champion“

- Wiesbaden/Reddighausen (da). Das einmalige Konzept des Kaminofens „Xeoos“, der in Reddighausen hergestellt wird, ist mit einer hohen Auszeichnung geehrt worden. Die Entwicklung hat Arbeitsplätze im oberen Edertal gesichert.

„Das ist für uns natürlich etwas sehr Schönes“, sagte Geschäftsführer Bodo Specht am Mittwoch gegenüber der FZ. Damit sei die Arbeit der vergangenen Jahre belohnt worden. „Langsam werden wir bekannt.“ Specht nahm den Preis vor rund 1100 Gästen während des Hessischen Unternehmertags in Wiesbaden entgegen. Hessens Ministerpräsident Roland Koch, Professor Dieter Weidemann, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, und Wirtschaftsstaatssekretär Steffen Saebisch ehrten die Preisträger.

Ausgezeichnet wurde das Hatzfelder Familienunternehmen für die Entwicklung und den Bau des Kaminofens „Xeoos“, der Holz besonders effektiv verbrennt, einen hohen Wirkungsgrad erzielt und dadurch schadstoffarm ist. Seit 2002 ist der Ofen auf dem Markt, und inzwischen ist die Firma damit überaus erfolgreich.

Zweites Feuer

Das Besondere: Nach dem Betätigen eines Hebels zieht der natürliche Schornsteinzug die Schwelgase nach unten und vermischt diese mit Zuluft. Dadurch entzündet sich das „zweite Feuer“. Diese Bauart ermöglicht einen besonders hohen Wirkungsgrad – das Holz verbrennt nahezu komplett und hinterlässt kaum Asche – und extrem heiße Temperaturen von bis zu 1200 Grad, in denen auch die Schadstoffe, die sonst durch den Schornstein rauchen, weitgehend verbrennen.

Dennoch sieht Bodo Specht noch Steigerungspotenzial. „Wir sind einer unter vielen und kämpfen auf einem Bereich, in dem hauptsächlich Billigprodukte im Baumarkt gekauft werden.“ Ein „Newcomer“ habe es da schwer. „Man muss erst mal auf sich aufmerksam machen. Aber unsere Innovation wurde gewürdigt.“

Das ist dem 22 Mitarbeiter zählenden Betrieb mit der Auszeichnung gelungen. „Wir hatten uns beworben und sind in die engere Auswahl gekommen“, sagt Specht. Im hessischen Wirtschaftsministerium hatte er vor einigen Wochen einer 18-köpfigen Jury aus Politik und Wirtschaft den Ofen präsentiert – da stand schon fest, dass der Reddighäuser Hersteller zumindest unter die ersten drei kommt.

Immerhin hat sich das „Xeoos“-Team gegen einige deutlich größere und umsatzstärkere Teams durchgesetzt. „Umso höher ist der Preis zu bewerten“, sagt Bodo Specht. Ein Geldgewinn ist damit nicht verbunden, aber ein Jahr lang werden die Gewinner der unterschiedlichen Kategorien, also auch die Firma Specht, besonders beworben und stehen im Fokus der Öffentlichkeit.

Am Dienstagabend öffnete Ministerpräsident Roland Koch (CDU) dann den Umschlag am Rednerpult, um – wie bei einer Verleihung des Filmpreises Oscar – den Sieger zu nennen: Die Firma Specht ist ein „Hessen-Champion“. „Das war sehr aufregend und sehr schön“, erzählt Specht.

Dank an Mitarbeiter

Er dankte seinen Mitarbeitern. „Es freut mich für die Belegschaft.“ Ursprünglich sei das Ziel gewesen, mit dem neuen Betriebszweig auch zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Das sei zwar nicht gelungen. Angesichts der Wirtschaftskrise „können wir aber stolz sein, die bestehenden Arbeitsplätze zu halten“, denn bis zu der Entwicklung des Ofens sei die Firma vor allem von der Automobilindustrie abhängig gewesen.

Inzwischen wird mehr als die Hälfte des Umsatzes mit dem „Xeoos“-Produkt, das komplett in Reddighausen mit Zubehörteilen aus der Region gefertigt wird, erzielt.

Der Erfolg soll übrigens auch mit den Mitarbeitern gefeiert werden. Wie, ist noch nicht klar. „Aber wir machen noch was“, verspricht Bodo Specht.

Den Preis in der Kategorie „Weltmarktführer“ erhielt die Firma Sell aus Herborn, die Öfen, Küchen, Kaffeemaschinen und Wasserkocher für Passagierflugzeuge herstellt. In der Kategorie „Jobmotor“ siegte die SMA Solar Technology AG. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 3000 Mitarbeiter und schuf 2008 rund 750 neue Arbeitsplätze. Unter den Gästen der Preisverleihung war auch der Waldeck-Frankenberger Wirtschaftsförderer Siegfried Franke.

Kommentare