Mehr Sicherheit für Mensch und Tier

Mit Reflektoren Zahl der Wildunfälle reduzieren

+
Vorstellung der neuen blauen Wildwarn-Reflektoren; von links: Kreisjagdberater Heinrich Engelhard, Bianca Clemens von Hessen Mobil, Stephan Brühne, Hessen-Mobil-Dezernent Nordhessen, und Frank Meiser als Stellvertreter des Fachdienstes Verkehr. Foto: Gerhard Kalden

Frankenberg - In Kooperation mit der Frankenberger Jägervereinigung und der Polizei hat Hessen Mobil an unfallgefährdeten Strecken insgesamt 500 blaue Wildwarn-Reflektoren an Leitpfosten montiert.

Die Kosten für die Reflektoren in Höhe von rund 2700 Euro wurden von Hegegemeinschaften, Jagdpächtern und Jagdgenossen (Grundbesitzer in einem Jagdbezirk) aufgebracht. Diese Aktion soll die Verkehrssicherheit für Mensch und Tier erhöhen.

Aus einer Aufstellung des Kreisjagdberaters und Initiators der Aktion, Heinrich Engelhard (Karlsburg), geht hervor, dass allein im Jagdjahr 2012/13 im Kreis 1027 Rehe durch Kollision mit Autos zu Tode kamen. Hinzu kamen noch zwölf Stück Rotwild (Hirsche) und 267 Stück Schwarzwild (Wildschweine), Feldhasen, Füchse und Waschbären nicht mitgerechnet. Von 2009 bis 2013 waren es 4186 Rehe, die im Kreis im Verkehr umkamen.

Besondere Unfallschwerpunk­te mit Wild sind, vor allem nachts, nicht nur Straßen in Waldgebieten. Laut der Unfallstatistik der Polizei sind es besondersdie Strecken um Bromskirchen, die Waldstraßen zwischen Frankenberg und Rosenthal sowie zwischen Frankenberg und Somplar, an der Abzweigung von der Bundesstraße 253 nach Frohnhausen und zwischen Schreufa und Sachsenberg, aber auch die Strecke durch Wiesen und Felder bei Röddenau.

Durch 1232 Wildunfälle von 3461 Verkehrsunfällen im Jahr 2012, bei denen nicht nur Autos beschädigt, sondern auch elf Insassen schwer und sechs leicht verletzt wurden, entstand im Landkreis ein Schaden von rund 1,6 Millionen Euro. Wichtig ist es, betont Hessen Mobil, die Schäden bei der Polizei zu melden. Deshalb sollten auch Fahrschulen die Wildunfallthematik den Schülern nahebringen.

Im Arbeitskreis Wildunfälle gibt es jährlich eine bis zwei Besprechungen zu dem Thema in der unteren Jagdbehörde in Korbach. Stephan Brühne, Hessen-Mobil-Dezernent Nordhessen, weist auf den Sicherheitsgewinn hin, der mit der Installation der neuen Wildwarn-Reflektoren beabsichtigt ist. Frank Meiser, stellvertretender Fachdienstleiter Verkehr bei Hessen Mobil, führt als positives Beispiel die Teststrecke bei Lan­dau an. Mit den neu entwickelten, blauen Wildwarn-Reflektoren ist in einem Revier in Deutschland die Unfallrate mit Rehwild um 57 Prozent gemindert worden. In einem anderen Fall im Schwarzwald traten nach der Anbringung der blauen Reflektoren keine weiteren Wildunfälle mehr auf, wie in der Zeitschrift „Wild und Hund“ zu lesen ist. Im benachbarten Schwalm-Eder-Kreis werden seit drei Jahren mit diesen Reflektoren ebenfalls gute Ergebnisse erzielt, wie Jagdberater Heinrich Engelhard mitteilt. Auch bei Marburg sei die Unfallzahl mit Rehen um rund 50 Prozent zurückgegangen.

Auch für die kürzlich in Wal­deck-Frankenberg mit den blauen Wildwarn-Reflektoren bestückten Straßenabschnitte ist Hessen-Mobil zuversichtlich, dass die Unfallzahlen rückläufig werden. Die Maßnahme sei nicht nur zum Schutze des Wildes, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, waren sich alle Beteiligten der Besprechung bei Hessen Mobil in der Auestraße in Frankenberg einig.

Von Gerhard Kalden

Kommentare