Vertreterversammlung der Frankenberger Bank

In der Region verwurzeltes Geldinstitut

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Dank an Gerhard Freitag (2.v.r.): Die Vorstände Dieter Ohlsen (l.) und Ralf Schmitt (r.) verabschiedeten den scheidenden Aufsichtsrat mit dem Vorsitzenden des Gremiums, Walter Schneider.

Frankenberg - Eine Bank mit Stammsitz in Frankenberg - darüber freut sich Bürgermeister Rüdiger Heß stets, wenn er ein Grußwort bei der Frankenberger Bank spricht. Am Dienstag hob er bei der Vertreterversammlung des Geldinstituts die Bedeutung der Bank für die Region hervor.

Dabei erwähnte Heß insbesondere auch ihre Rolle beim Erwerb des Bahnhofsgebäudes. Das Eintreten im Sinne der Gemeinschaft sei der Kern der genossenschaftlichen Idee. „Und diese Idee ist heute so aktuell wie vor 150 Jahren“, rief er vor mehr als 320 Zuhörern in der Ederberglandhalle.

Im wechselnden Turnus fiel es Vorstand Dieter Ohlsen zu, die Bilanz des Geldhauses zu erläutern (FZ berichtete gestern exklusiv). Er stellte sie in den Zusammenhang globalwirtschaftlicher Entwicklungen: „Wir agieren in einem sehr, sehr schwierigen Umfeld“, sagte er. Insbesondere die „Nullzins-Politik“ mache dem Haus - und vielen weiteren Banken - zu schaffen. Internationale Krisen, die Urbanisierung, der Wandel in der Bevölkerungsentwicklung und die Digitalisierung veränderten das Geschäft spürbar. Mit Blick auf Letztere erklärte Ohlsen: Etwa 90 Prozent des Geschäftes der Bank würde online, telefonisch oder über die SB-Automaten erledigt, nur zehn Prozent über die Filialen. Zugleich verursache das Filialnetz 90 Prozent der Kosten des Bankhauses. Ohlsen bekannte sich zu allen Standorten, kündigte aber an, die Problematik in den Fokus zu rücken.

Auch auf die Tochterunternehmen blickte er. Die Immobiliengesellschaft entwickle sich gut. Problematischer sehe es im Warengeschäft aus. „Das ist auf der Ertragsseite unglaublich schwierig“, erläuterte Ohlsen. In der Zukunft stehe im Warengeschäft daher eine strategische Neuausrichtung an.

Aufsichtsratsvorsitzender Walter Schneider, die die Vertreterversammlung auch moderierte, stellte die Arbeit des Aufsichtsrats im vergangenen Geschäftsjahr vor. Aus dem Gremium schieden turnusgemäß drei Mitglieder aus: Werner Belz, Armin Hesse und Karl-Heinz Huhn. Alle drei wurden auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat offen und einstimmig wieder ins Amt gewählt. Auch über die Verwendung des Überschusses wurde abgestimmt. Die Dividende beträgt zwei Prozent. Für langjährige Tätigkeit für die Bank wurden im vergangenen Jahr geehrt: Olaf Dehnhardt, Tanja Fuchs und Stefan Scholl für 20-jährige Tätigkeit, Siegmar Brand, Hans-Jürgen Buchner, Michael Schween und Angelika Sommerlad für 25 Jahre im Unternehmen, Gerald Fackiner, Detlef Kroh, Uta Lache und Thomas Rampe für 30 Jahre bei der Frankenberger Bank sowie Doris Finger und Günter Finger für 40 Jahre bei der Frankenberger Bank.

Zum Schluss der Veranstaltung wurde Gerhard Freitag geehrt. Er hat sein Berufsleben der Bank gewidmet und war zuletzt im Aufsichtsrat tätig.

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