Reiter-Streit: Voltigierer verlassen Allendorf und gründen neuen Verein

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Reithalle des Reit- und Fahrvereins Edertal in Allendorf-Eder: Mitglieder des Vereins kritisierten unter anderem, dass die Halle zu stark von den Voltigierern in Anspruch genommen wurde.

Allendorf-Eder. Es gab heftige Diskussionen bei der Jahreshauptversammlung des Reit- und Fahrvereins Edertal vor einigen Wochen.

Am Ende stand der Bruch zwischen Voltigierern und anderen Mitgliedern. Die Vorstandsmitglieder und Voltigierer Michaela Kittel, Helena Ax, Jana Kahler und Hannah Kittel traten nicht mehr zur Wiederwahl an und haben dem Verein den Rücken gekehrt. Michaela Kittel, Helena Ax und Jana Kahler haben nun zusammen mit anderen Mitgliedern den Reit- und Voltigierverein Bromskirchen gegründet (HNA berichtete).

Doch was war der Anlass für den Bruch? Wie die HNA nach Gesprächen mit einigen Mitgliedern des Reit- und Fahrvereins Edertal erfuhr, hat es zuletzt viele Querelen zwischen Voltigierern und übrigen Mitgliedern gegeben.

Heinz-Gerd Specht, der seit der Jahreshauptversammlung neuer Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Edertal ist, sagte auf Anfrage der HNA, dass in der Jahreshauptversammlung vor allem hitzig über den Verkauf von drei Schulpferden diskutiert worden ist. Specht berichtet, dass der damalige Vorstand des Reitvereins Edertal, bestehend unter anderem aus Hannah Kittel, Michaela Kittel, Helena Ax und Jana Kahler vor dem Bruch beschlossen hatte, dass drei Schulpferde an Dr. Rainer Kittel, den Mann von Michaela Kittel, und an Melanie Schneider verkauft werden. Melanie Schneider ist mittlerweile Sportwartin beim neuen Reit- und Voltigierverein Bromskirchen.

Gegen diesen Verkaufs-Beschluss wollten laut Specht damals zwei Vereinsmitglieder vor Gericht eine einstweilige Verfügung erwirken, weil sie befürchteten, der Voltigiergruppe des Reitvereins Edertal werde durch den Verkauf der Pferde die Arbeitsgrundlage entzogen. „Die einstweilige Verfügung wurde vom Gericht abgewiesen. Der Verkauf gilt als rechtens“, sagt Specht.

Bei der Jahreshauptversammlung wurde laut Specht nun seitens einiger Mitglieder der Verdacht geäußert, die Pferde seien der Grundstock für den neuen Reit- und Voltigierverein in Bromskirchen. Schließlich stünden die Pferde mittlerweile auf dem neuen Vereinsgelände in Bromskirchen.

Auf HNA-Nachfrage nahm auch Michaela Kittel Stellung zu dem Streit bei den Reitern. „Es ist zwar nicht mein Stil, schmutzige Wäsche zu waschen“, sagte sie. Weil sie zusammen mit ihren Voltigier-Kollegen aber jetzt öffentlich kritisiert werde, müsse sie Stellung beziehen.

„Es wird gesagt, wir hätten die Voltigiergruppe beim Reit- und Fahrverein Edertal kaputt gemacht. Das ist Schwachsinn“, sagt Kittel. „Die drei Pferde sind damals völlig unabhängig von der Neugründung unseres Reit- und Voltigiervereins in Bromskirchen an meinen Mann und Melanie Schneider verkauft worden. Ein Pferd ist so krank und lahm, dass es als sportuntauglich gilt. Seit Wochen geht es nur noch im Schritt“, sagt sie.

Ihre Vereinskollegin Melanie Schneider habe das Pferd gekauft, um es vor der Schlachtung zu bewahren. Es werde noch nicht einmal mehr im Trainingsbetrieb eingesetzt. Das zweite Pferd, das ihr Mann gekauft habe, sei 25 Jahre alt und habe einen Herzklappenfehler. Es werde zwar im Trainingsbetrieb eingesetzt, sei aber wegen des Alters kein Turnierpferd mehr.

„Ein Turnierpferd ist nur das dritte, das ebenfalls mein Mann gekauft hat. Es wurde von mir ausgebildet. Im Reit- und Fahrverein Edertal gibt es keinen, der das Pferd bändigen und mit ihm Voltigiersport betreiben kann. Wir wollten dem Verein deswegen auch nicht dieses Pferd und die damit verbundenen Kosten hinterlassen“, sagt Michaela Kittel, die mit dieser Aussage allerdings auch Spekulationen Raum gibt, wonach es bereits während des Verkaufs der Pferde Planungen zur Gründung eines neuen Vereins gab. Dazu sagt Kittel: „Nein, die gab es damals noch nicht. Für uns war zu diesem Zeitpunkt aber schon klar, dass wir aus verschiedenen Gründen nicht mehr länger in dem Verein bleiben wollen.“

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Quelle: HNA

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