Frankenau

Rekord geknackt: Thorsten Hoyer und Manuel Andrack wandern 82 Kilometer am Stück

- Frankenau/Herborn (apa). Der Moderator und Autor Manuel Andrack hat bei seiner Wanderung mit dem Frankenauer Thorsten Hoyer statt der geplanten 75 sogar sieben Kilometer mehr geschafft.

Sie gaben ein eigentümliches Bild ab: Thorsten Hoyer und Manuel Andrack, ein bisschen verschwitzt, noch nass vom Regen, morgens früh um viertel nach sieben auf einer Bank in einem kleinen Dorf. Dass die beiden Männer gerade mehr als 80 Kilometer am Stück gewandert waren, das wussten die Leute nicht, die ihnen auf dem Weg zur Arbeit oder zum Bäcker misstrauische Blicke zuwarfen. Manuel Andrack, der in der Harald-Schmidt-Show deutschlandweit bekannt wurde, schreibt Bücher über das Wandern. Für sein nächstes Buch suchte er nach dem „emotionalen Kick“ und machte sich deshalb mit dem Frankenauer­ Thorsten Hoyer, der für seine ungewöhnlichen Wanderprojekte bekannt ist, auf den Weg (FZ berichtete). Die beiden Männer hatten sich vorgenommen, 75 Kilometer auf dem Westerwaldsteig zu wandern – am Stück. „Ich wollte, dass er seinen Rekord von 56 Kilometern knackt“, sagt Hoyer. Und da sie schneller unterwegs waren, als Hoyer gedacht hatte, packten sie am Ende sogar noch weitere sieben Kilometer drauf. „Es hat alles gut geklappt“, freut sich Hoyer. Am Montagvormittag machten sich Hoyer und Andrack auf den Weg. „Eigentlich war das Wetter zum Wandern optimal“, sagt Hoyer – bis es etwa einen halben Kilometer vor einer Wanderhütte anfing zu regnen und die beiden Wanderer nass wurden. Sie machten Rast in der Hütte und tranken etwas Heißes. Hoyer und Andrack kannten sich vor der Wanderung nicht – „wir haben uns vorher kaum ausgetauscht. Wir hatten ja bei der Wanderung genug Zeit“, sagt Hoyer mit einem Schmunzeln. Und diese Zeit hätten sie dann auch genutzt: „Wir haben uns enorm viel erzählt. Es war sehr informativ für beide Seiten.“ Schließlich haben beide das Wandern zum Beruf gemacht und schreiben Bücher darüber. „Der Westerwaldsteig ist ein relativ bequemer Weg“, beschreibt Hoyer. Weil vergleichsweise wenige Höhenmeter zu überwinden sind, ist die Strecke nicht extrem anstrengend. Doch – ganz so, wie Andrack es zuvor erwartet hatte – wurde es in den frühen Morgenstunden anstrengend. „So um drei, vier Uhr wurde es schwer. Da mussten wir uns gegenseitig motivieren“, sagt Hoyer. Durchaus motivierend wirkte die Aussicht auf ein Weizenbier am Ende der Strecke – auch wenn es ungewöhnlich ist, frühmorgens ein Bier zu trinken, räumt Hoyer lachend ein. „Aber erstens ist das auch für mich ein Ritual nach so einer Wanderung, und zweitens ist man dann in einem anderen Rhythmus.“ Da die beiden Männer am Montag und Dienstag außerhalb der Ferienzeiten unterwegs waren, ist ihnen nur eine einzige weitere Wandergruppe begegnet – und die gleich zu Beginn. „Dann hörte man sie tuscheln: Das ist doch der Andrack“, berichtet Hoyer. Abgesehen von diesen Wanderern und zwei Nordic Walkern waren die beiden Männer auf ihrer Tour aber allein. Am Dienstagmorgen um 7.15 Uhr kamen die beiden nach 82 Kilometern in dem Dörfchen Linden an. Dort setzten sie sich auf eine Bank in einem Wohngebiet, um auf Thorsten Hoyers Ehefrau zu warten, die die beiden abholen wollte. „Wir saßen da verdreckt und fertig, Manuel hat schon gedöst“, erzählt Hoyer. Er sah die skeptischen Blicke der Leute, die an ihnen vorbeifuhren. „Was die gedacht haben, das hätte ich in dem Moment gerne gewusst“, sagt Thorsten Hoyer. Der Frankenauer hat seinen neuen Bekannten eingeladen, um den Kellerwald ein bisschen kennenzulernen und mit ihm auf den Extratouren zu wandern. „Hier war er nämlich noch gar nicht.“ Es habe richtig viel Spaß gemacht, resümiert Hoyer. Besonders für Andrack sei es eine „Riesenerfahrung“ gewesen, sagt Hoyer. „Ich glaube, die Erfahrung, die er gesucht hat, die hat er gefunden.“

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