Rekord: Scheich von Bahrain kauft Kälbchen aus Haubern für 57.000 Euro

 Ein Rekord-Ergebnis gelang Züchter Bernd Michel aus Haubern: Bei der Auktion „Sonderkollektion Hessens Zukunft 2011“ in Alsfeld verkaufte er sein drei Monate altes Holstein-Kalb „Skye“ für 57.000 Euro.

Haubern. Als der Hammer fällt, kann es die Familie Michel nicht glauben. 57 000 Euro für ein Kalb. 57 000 Euro für ihre „Skye“. Das ist ein Rekord, der die Züchterfamilie aus Haubern überrascht.

„Ich bin schon ein engagierter Züchter“, sagt Bernd Michel mit einem Lachen. Aber der Erfolg bei der Auktion „Sonderkollektion Hessens Zukunft 2011“ in Alsfeld war auch für ihn eine riesige Überraschung. „Da war überhaupt nicht dran zu denken“, sagt seine Frau Sandra noch Tage später.

„Skyes“ Geschichte beginnt im Januar 2010. Über die Zuchtgemeinschaft Alsfeld erwirbt Michel fünf Embryonen aus Amerika. Er hat Glück: Drei Einpflanzungen sind erfolgreich.

 Es folgt eine anstrengende Zeit. „Wir haben Tag und Nacht die Tiere überwacht“, erzählt der 42-Jährige. Im Oktober ist es soweit: Die drei Kälber kommen zur Welt. Natürlich war die Zucht, aus der „Skye“ hervorgeht, vielversprechend.

Aber wie seine Nachkommen werden, sei eine andere Frage. „Als 40 000 Euro geboten werden, ist es mucksmäuschenstill.“

Bernd Michel über den Wettstreit der Bieter

 „Es gehört ein Quäntchen Glück dazu“, sagt Michel. Dieses Glück hat der Haubener Züchter. Er lässt die drei Nachkommen genomisch untersuchen – nach deutschen und amerikanischen Kriterien. Es geht um die Erbmerkmale. Wie könnten die Kühe später aussehen, welche Leistung bringen sie?

„Das sind aber nur Erwartungen“, betont Michel. Die Ergebnisse klingen verheißungsvoll. Zweimal gibt es das Prädikat „sehr gut“, für „Skye“ sogar „herausragend“.

Sie schafft es auf Platz drei der europäischen und Platz vier der weltweiten Rangliste. Klar, dass auch die Zuchtverbände auf „Skye“ aufmerksam werden. Sie soll auf der Sonderkollektion-Aktion verkauft werden. Michel stimmt zu. Zusammen mit 37 weiteren Tieren aus ganz Hessen buhlt sie um die Gunst der Bieter.

Sohn Niklas darf „Skye“ vorführen. „Die beiden haben vier Wochen vorher geübt“, erzählt Bernd Michel. Auch ein Beispiel dafür, „dass so was nur mit der ganzen Familie geht“. Niklas und „Skye“ machen ihren Job „hervorragend“ und „souverän“, sagt der Vater.

Duell zwischen zwei Bietern

„Skye“ ist als Jüngste die letzte an diesem Auktionstag. „Als 40 000 Euro geboten werden, ist es mucksmäuschenstill“, berichtet der Züchter. Bis 50 000 gehen noch vier Bieter mit. Dann steigen zwei aus. Es kommt zum Duell zwischen einem niederländischen und einem kanadischen Händler.

Bei 57 000 fällt schließlich der Hammer. Für den Niederländer, der im Auftrag des Scheichs von Bahrain geboten hat. Er kauft „Skye“ für seine Tochter Sheika Alkhalifa, die einen Rinderzuchtbetrieb in England führt. Familie Michel ist überwältigt – auch vom lautstarken Applaus in der Halle.

Wieder zurück in Haubern, feiern die Michels mit Freunden und Nachbarn den Erfolg. Für Bernd Michel ist inzwischen Alltag eingekehrt. Er hat diese Woche ein Bullenkalb zu Mastzwecken verkauft. Für 120 Euro.

Quelle: HNA

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