Schwimmbäder im Altkreis

Rekordjahr für heimische Freibäder

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Den Sprung ins Wasser haben in diesem Sommer besonders viele Menschen gewagt – für die Bäder ein Gewinn.

Frankenberger Land - Es sah anfangs nicht so aus, aber das Jahr war für die heimischen Freibäder ein gutes. Sechs sonnendurchflutete Ferienwochen haben viele Menschen ins Wasser gelockt. Und die Saison ist noch nicht vorbei.

„Der Sommer ist noch lang. In dein Gesicht scheint die Sonne ein Leben lang“, reimt der Sänger Bosse in seinem Spätsommer-Hit, der jedem Musikfreund noch einige Stunden im wärmenden Licht der Sonne verspricht. Tatsächlich scheint der Frühherbst wettmachen zu wollen, was das Frühjahr vermasselt hat. Das Wetter lädt zum Baden ein – und einige Freibäder haben rechtzeitig reagiert, machen ihre Pforten noch nicht zu.

Doch gleich ob bereits geschlossen oder noch für Badefreuden zu haben: Zufrieden sind die Betreiber aller Schwimmbäder im Frankenberger Land mit dem Sommer 2013. Noch sind sie alle am zählen – wie viele Besucher Erfrischung im Wasser suchten, steht bislang nur für das Battenberger Freibad fest: 12789 seien es in diesem Sommer gewesen, sagt Bürgermeister Heinfried Horsel: „Das ist ein Plus von 2222 Gästen gegenüber dem Vorjahr.“ Im Schnitt seien es 170 Besucher am Tag gewesen.

Rekorde aber vermelden gerade die kleinen Bäder in der Region. „Es waren deutlich mehr Besucher als im letzten Jahr“, sagt Marita Mengel vom Rosenthaler Schwimmbadverein. „Es war das beste Jahr, seit wir das Bad führen“, freut sich der Rengershäuser Vereinsvorsitzende Gerhard Mohnke. „Es waren seit mindesten zehn Jahren die besten Besuchszahlen, die wir hatten“, zieht der Gemündener Schwimmmeister Willi Bornmann ein positives Fazit.

Verhaltener ist nur die Bilanz aus dem größten Freibad im Altkreis: „Die Sommerferien waren gut – sie hätten von den Besuchszahlen aber noch besser sein können“, sagt Thorsten Röder, technischer Leiter bei der EGF und damit auch mit dem Frankenberger Bad befasst. Er sei zufrieden, doch: „Der Sommer ist erst spät gekommen“. Mit ihm offenbar weniger Gäste als erwartet. Und weniger als im Vorjahr. Damit lief die Saison im Frankenberger Freibad gegen den Trend. Deutschlandweit spülte der gute Sommer einigen Kommunen gar eine so große Besucherflut in die Bäder, dass diese erstmals seit Jahren schwarze Zahlen schreiben – ungewöhnlich für eine Haushaltsposition, die bei den alljährlichen Beratungen für den Etat auch im Altkreis regelmäßig für Stirnrunzeln sorgt.

Vereine machen ein Plus

Zu den finanziellen Auswirkungen des starken Sommers mag sich so auch noch niemand konkret äußern. Doch zumindest die Betreibervereine in Rosenthal und Rengershausen sehen keinen Grund zum Klagen. „Das Jahr war für die Finanzen gut“, sagt der Rengershäuser Gerhard Mohnke. Er gehe davon aus, dass die im Frühjahr anstehende Erneuerung der Beckenfolie angegangen werden kann – auch mithilfe des in den vergangenen zwei Monaten eingenommenen Geldes. Dabei war es seiner Aussage nach besonders der Juli, der sich gelohnt hat. „Der Monat war der Saisonretter“, sagt er. Im August scheint die Lust am Baden dann etwas abgeflaut zu sein: „Da hatten wir weniger Besucher als erwartet.“

In Battenberg stiegen die Einnahmen von 17500 auf 24100 Euro. Für Dodenau liegen noch keine Zahlen vor. Während dort wohl Veränderungen anstehen und über die Gründung eines Vereins nachgedacht wird (siehe Seite 19), besteht am Battenberger Freibad nach Auskunft von Bürgermeister Horsel kein größerer Investitionsbedarf.

Weil ein Bademeister erkrankt ist, öffnete das Dodenauer Bad erst ab 14.30 Uhr. „Die Frühschwimmer haben das nicht so gerne gesehen, aber auch Verständnis gezeigt. Dafür haben wir noch bis Sonntag offen“, sagte Horsel.

In Rosenthal freut sich der Verein besonders darüber, dass der Kioskbetrieb sich in diesem Sommer gelohnt hat. „Die Frühschwimmer kommen bei jedem Wetter – aber die kaufen selten was. Wir sind auf die Badegäste angewiesen, die auch mal vier Stunden oder einen Tag im Bad bleiben“, sagt Marita Mengel. Davon habe es genug gegeben – ein Erfolg für den Verein.

Das kleine Schwimmbad ist inzwischen geschlossen. Wenn der Herbst nicht nur offiziell, sondern auch spürbar kommt, soll das Bad winterfest gemacht werden. Anderswo wird noch auf zwei weitere Sommerwochen spekuliert. „Wir nutzen das Wetter aus“, sagt Röder, der das Frankenberger Bad weiter offenhält – und dafür gestern Nachmittag mit einigen Badegästen belohnt wurde. „Wir haben manchmal bis zu 30 Grad warmes Wasser“, versucht dagegen Willi Bornmann Gäste bis zum Saisonende nach Gemünden zu locken. Dort wird mit Abwärme eines nahen Industriebetriebes geheizt. Knapp 20000 Gäste zog das 2012 ins Bad. „Dieses Jahr sind es deutlich mehr“, freut sich der Bademeister.

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