Rennertehäuser Fachwerkkirche womöglich deutlich älter als bisher gedacht

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Rennertehausen. Nach der Totalsanierung der Rennertehäuser Fachwerkkirche von 1981 bis 1983 stehen nun erneut Sanierungsarbeiten an dem über 400 Jahre alten Gebäude an.

Feuchtigkeit und Oberflächenwasser haben dem Sandsteinsockel und den geschieferten Balken des Fachwerkes so zugesetzt, dass dringender Handlungsbedarf geboten ist.

Vor der Kirche: An dem teilweise freigelegten Fachwerkwänden sind schon die Mauerschäden erkennbar. Das genaue Schadensbild wird sich erst zeigen, wenn der Schiefer komplett entfernt wurde. Hier bei der Ortsbesichtigung: (von links) Architekt Dr. Hans Werner Buchenauer (Marburg), Thomas Lang von der regionalen Baubetreuung der EKHN (Steffenberg), Kirchenoberbaurat der EKHN (Darmstadt), Dipl.-Ing. Hans Otto Dierkes, Dr. Bernhard Buchstab vom Landesamt für Denkmalpflege und Pfarrer Claus Becker (Battenfeld).

Auch das Holz der bunten Kirchenfenster ist teilweise ein Opfer der Feuchtigkeit geworden. In welchem Zustand die Fachwerkwände wirklich sind, kommt erst zum Vorschein, wenn die Verschieferung komplett abgetragen ist. Der Ostgiebel, als offene Fachwerkwand, wurde 1982 komplett instandgesetzt.

Mit dem Hausherrn Pfarrer Claus Becker trafen sich jetzt die bei der Evangelischen Kirche Hessen Nassau (EKHN) für den Bau zuständigen Fachleute – Kirchenoberbaurat Hans Otto Dierkes und Thomas Lang von der regionalen Baubetreuung der EKHN – sowie vom Landesamt für Denkmalpflege aus Marburg Dr. Bernhard Buchstab. Der mit der Planung der Renovierungsarbeiten beauftragte Architekt Dr. Hans Werner Buchenauer informierte die Runde zunächst über den aktuellen Status, bevor man Mauerwerk, freigelegte Fachwerksegmente und den Innenraum besichtigte. Hier konnte man sehen, wie der weiße Innenputz durch die Feuchtigkeit schon durchdrungen ist und sich dort schwarz verfärbt.

Auf eine der Besonderheiten dieser Kirche, dem in seiner Raumaufteilung erhaltenen Speichergeschoss im dritten Stock, wies Pfarrer Becker hin. Diesen Speicher sahen sich die Gäste ebenfalls an. Becker erwähnte in diesem Zusammenhang die vom Verein für Chronik ausgeführten dendrochronologischen Untersuchungen, die auf ein Baujahr der Kirche um 1480 hinweisen. Dr. Buchstab vom Landesamt für Denkmalpflege, sagte dazu, dass die Bauweise des Dachstuhles diesen Zeitraum der Erbauung durchaus bestätige. Bei den Sanierungsmaßnahmen von 1981 bis 1983 war bei der behutsamen Vorgehensweise, die bei Kirchenrestaurierungen angesagt sind, die Inschrift mit der Jahreszahl 1609 an der Kanzel entdeckt worden.

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Quelle: HNA

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