Gelöbnis in Hallenberg

Repräsentanten der deutschen Vielfalt

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Hallenbergs Bürgermeister Michael Kronauge (rechts) und EloKa-Kommendeur Holger Schmör (Mitte) hießen die neuen Rekruten – hier jene aus der Burgwaldkaserne – nach dem Gelöbnis in ihren Kompanien willkommen.

Frankenberg/Hallenberg - Traditionslinien ins 18. Jahrhundert, Herausforderungen von heute: 190 Rekruten legen in Hallenberg ihr feierliches Gelöbnis ab.

Voll ist der Hallenberger Marktplatz: Hunderte Einwohner, viele Frankenberger und unzählige Verwandte und Bekannte junger Soldaten wollen sehen, wie diese ihr feierliches Gelöbnis ablegen. Gastgeber sind die Stadt Hallenberg mit Bürgermeister Michael Kronauge und das Bataillon Elektronische Kampfführung 932 aus Frankenberg, geführt von Kommandeur Holger Schmör.

Es ist das vierte Mal, dass die Hessen in Hallenberg ein Gelöbnis feiern - und ein Zeichen der Freundschaft: Erst vor wenigen Wochen hatte die sauerländische Stadt für die vierte Kompanie des EloKa-Bataillons eine Patenschaft über-nommen (FZ berichtete). Doch die knapp 20 Frankenberger sind es nicht alleine, die geloben, die Freiheit des deutschen Volkes zu verteidigen. 30 junge Menschen aus Erfurt und 140 aus Schwarzenborn im Knüll sprechen ebenfalls die Worte, die ihre bereits absolvierte Grundausbildung offiziell beenden und sie zu Soldaten machen: „Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“

Dass die jungen Rekruten nach Aussetzung der Wehrpflicht aus freien Stücken dort stünden, verdiene Respekt und Anerkennung, sagt Kommandeur Holger Schmör. Es ha-be viele Kritiker der Bundeswehr-Reform gegeben, „doch wir können froh sein, dass der sicherheitspolitische Rahmen den Verzicht auf das Einziehen erlaubt“, sagt der Oberstleutnant. Der Historiker zieht vor den 190 Rekruten Traditionslinien von Scharnhorst, von Clausewitz, zum Stein, aber auch den Gegnern des Hitler-Regimes bis in die Gegenwart und zitiert den ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer, der die sittlichen Werte des Soldatentums mit der Demokratie verweben wollte. Die Bundeswehr sei wahrhaft eine Armee der Töchter und Väter dieses Landes.

Platz in der Gesellschaft

Das bekräftigt der Hallenberger Bürgermeister: „Sie kommen aus allen Teilen unseres Landes und repräsentieren seine soziale, regionale und kulturelle Vielfalt“, sagt Michael Kronauge. Das mache deutlich, dass die Wehr einen Platz mitten in der Gesellschaft habe - seinen Ausdruck finde dies eben auch durch ein öffentlichen Gelöbnis wie jenem vor der Pfarrkirche Hallenbergs.

„Sie übernehmen die Verantwortung für Freiheit, Demokratie, Recht“, ruft Bürgermeister Michael Kronauge den Rekruten in der spätherbstlichen Dämmerung entgegen. Auf den ersten Blick würden die Werte Recht und Freiheit möglicherweise altmodisch erscheinen, „doch wir dürfen nicht vergessen, dass viele unserer Landsleute bis vor 24 Jahren, bis zum Fall der Mauer, noch Unfreiheit und Unrecht erlebt haben“. Außerhalb Deutschlands sei das mancherorts noch heute so - „manchmal gar nicht so weit entfernt von uns“. Doch er wurde auch persönlich: Ihm habe seine Einberufung damals überhaupt nicht gepasst - heute sehe er seine Zeit in der Bundeswehr positiv: Seine Sache selbst in die Hand zu nehmen, Verantwortung zu übernehmen, dass muss kein Nachteil sein.“

Die Musikalische Ausgestaltung der Feier lag beim Kasseler Heeresmusikkorps unter Reinhard Kiauka.

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