Waldeck-Frankenberg liegt bei Müllproduktion über dem Landesdurchschnitt

Abfallwirtschaft: Bei Rest- und Bio-Müll zahlt der Landkreis drauf

Waldeck-Frankenberg. Die Menschen in Waldeck-Frankenberg produzieren laut dem Statistischen Landesamt mehr Müll als im Landesdurchschnitt: 515 Kilogramm pro Jahr und Einwohner (Hessen: 476 kg).

„Ein gutes Erfassungssystem liefert auch größere Mengen“, sagt Egbert Blanc, Betriebsleiter des Eigenbetriebes Abfallwirtschaft des Landkreises, der für Müllbeseitigung und -verwertung zuständig ist. Die offiziell erfasste Müllmenge zeige nicht, wie viel Abfall tatsächlich produziert werde.

Verschiedene Aspekte seien in der Statistik nicht berücksichtigt. So gebe es auch private Entsorger, die teilweise illegal Müll einsammeln. Viele Schrotthändler nähmen teils hochwertige Abfälle an, die dem kommunalen System als Wertstoffe entgingen.

Mehr als eine Million Euro jährlich erwirtschaftet der Eigenbetrieb aber dennoch durch Wertstofferlöse bei Papier und Altmetall. Das Geld fließt in den Deponiebetrieb. „Diese Einnahmen tragen dazu bei, die Gebühren zu stabilisieren“, sagt Blanc. Bei der Entsorgung von Restmüll lege der Eigenbetrieb hingegen drauf - bei Kosten von 177 Euro pro Tonne. Auch die Kompostierung des Bioabfalls rechne sich nicht, sei aber sinnvoll, um Nährstoffe in die Umwelt zurückzuführen.

Die produzierten Müllmengen in den Städten und Gemeinden schwanken laut Blanc erheblich, was auch auf unterschiedliche Gebühren und Größen der Mülltonnen zurückzuführen sei. Die Bioabfall-Menge beträgt zum Beispiel in Willingen nur 120 Kilogramm pro Einwohner und Jahr, während in Burgwald und Allendorf rund 100 kg mehr eingesammelt werden. „Bei kleinen Abfallbehältern suchen sich die Bürger andere, nicht kommunale Wege, um ihren Müll zu entsorgen.“ Da komme die Privatwirtschaft ins Spiel, die sich vor allem lukrative Abfälle wie Papier und Metall aussuche.

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Quelle: HNA

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