Frankenberg

Rettungsmedaille für Eike Ludwig

- Frankenberg (r).Vor einem Jahr sprengtesich in Afghanistan ein Selbstmordattentäterneben einem Transportpanzer in die Luft. Darinsaßen zwei Soldaten aus der Frankenberger Burgwaldkaserne. HessensInnenminister Volker Bouffier überreichte nun Eike Ludwig die Rettungsmedaille des Landes Hessen.

Gegen den Selbstmordattentäter, der sich mit seinem Fahrzeug in unmittelbarer Nähe sprengte, hatten die Soldaten im Panzer keine Chance: Das etwa 17 Tonnen schwere Fahrzeug wurde von der Wucht der Explosion zur Seite geschleudert, Räder rissen ab, und die Panzerglasscheiben wurden aus den Rahmen gerissen.Oberfeldwebel Eike Ludwig, der Fahrer, erfasste nach dem Stillstand als Erster die Situation. Er schaffte es, das Wrackzu verlassen, und sicherte das Umfeld. Dann bemerkte er seinen schwerverletzten Kameraden. Noch war keine Hilfe vor Ort. Die Soldaten sicherten ihr Umfeld. Ohne Zögern kletterte Oberfeldwebel Ludwig wieder in den Panzer, rettete seinen schwer verletzten Kameraden Stabsunteroffizier Florian Bethmann und brachte ihn zur Erstversorgung zu den Sanitätern.

Die Landesregierung hat diese mutige Tat zum Anlass genommen, Eike Ludwig mit der hessischen Rettungsmedaille auszuzeichnen. Innenminister Volker Bouffier zeigte sich sehr interessiert an dem Einsatz der Soldaten, da er als Verantwortlicher für die hessische Polizei auch Beamte nach Afghanistan entsendet. Die Verschlechterung der Sicherheitslage stellten beide Seiten fest – und auch die Mängel in der Ausbildung einheimischer Sicherheitskräfte. Bürokratische Schwerfälligkeit im Aufbau, mangelndeKoordinierung, Korruption und eine extremistische Haltung in Teilen der Bevölkerung sind die Hauptursachen der Misere, die im deutschen Verantwortungsbereich besonders die Truppen in Kundus zu spüren bekommen.

Auch wenn die medizinische Versorgung in Afghanistan umfangreich war, konnten für den Schwerverletzten bleibende Schäden nicht vermieden werden. Trotzdem nimmt Bethmann am Leben und auch am Dienst in der zweiten Kompanie teil. Seine Verlobte und seine Kameraden haben sich intensiv um ihn gekümmert. Eine Weiterbeschäftigung wird angestrebt. Außerdem möchte Bethmann mit seiner Verlobten ins Frankenberger Land ziehen. Diese sucht dort noch nach einer Stelle als Arzthelferin.

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