Maria Payer aus Ernsthausen stellt aus der „Blume des Jahres“ Salben und Tee her

Ringelblume für alle Fälle

Leuchtend gelb: Eine Hand voll Ringelblumen benötigt Maria Payer, um einen Tiegel Salbe herzustellen. Foto:  Schneider

Ernsthausen. Die Ringelblume ist in diesem Jahr zur „Blume des Jahres“ gekürt worden. Für Maria Payer aus Ernsthausen ist sie aber schon viele Jahre der Favorit unter den Blumen. In früher Kindheit, damals noch in Ungarn, hat ihre Oma aus der Ringelblume schon Salben und Tee hergestellt und die Rezepte ihrer Enkelin vermacht.

Die Ringelblumen von Maria Payer sind einjährige Pflanzen, die sich immer wieder selbst aussäen. Sie pflückt die Blumen, wenn die Sonne am höchsten steht, nur dann kann die Blüte für Salben verwendet werden, sagte die Ernsthäuserin. In reinem Schweineschmalz, das zum Sieden gebracht wird, werden die Blüten ausgekocht. Die Hitze darf nicht zu hoch sein, aber auch nicht zu schwach, sagt Maria Payer, nur so bekommt man die kostbare Ringelblumensalbe.

In ihrem Haushalt, schon als die Kinder klein waren, wurde nur Ringelblumensalbe verwendet. Auch ihre Schwiegertöchter hat Payer davon überzeugt, anstatt Penatencreme die Ringelblumensalbe zu verwenden – sie haben es dankbar angenommen. Auch bei kleineren Verletzungen ist die Salbe stets zur Hand.

„Wir sind immer gut damit gefahren.“

Maria Payer über ihre Ringelblumen-Rezepte

Der Tee, den Maria Payer von ihren Ringelblumen macht, wird im Payerschen Haushalt gegen Unwohlsein aller Art verwendet. „Wir sind immer gut damit gefahren“, berichtet sie.

Früher waren die Leute sehr abergläubisch, erzählt Maria Payer. Da wurde die Blume oft bei den jungen Mädchen verwendet, um die Frage: „Er liebt mich, er liebt mich nicht“, zu beantworten. Allerdings soll das Abpflücken der Blumen auch Gewitter heraufbeschwören.

Oder junge Frauen trockneten früher die Blume gemeinsam mit Sommerkräutern, die wurden dann gemahlen und mit Honig und Essig zu einer Salbe verarbeitet. Bevor sie zu Bett gingen, trugen sie die Salbe auf und riefen den Heiligen Lukas an, sie von ihrer großen Liebe träumen zu lassen.

Ein anderer Aberglaube sagt, das  sich    die Bauern  mit Hilfe der Ringelblume das Tageswetter vorhersagen ließen. Waren die Blüten zwischen 6 und 7 Uhr  bereits geöffnet, so versprach dies ein schöner sonniger Tag zu werden. Waren sie jedoch nach 7 Uhr noch geschlossen, musste mit Regen gerechnet werden.

Von Gisela Schneider

Quelle: HNA

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