Hatzfeld

Ritterfest für Kinder auf dem Gelände der Burgruine

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- Hatzfeld (kty). Mittelalterliche Tänze im Schatten der Hatzfelder Burg, zwei Ritter, die sich mit klirrenden Schwertern bekämpfen, Bogenschützen und kleine Prinzessinnen, die ihre langen Kleider zur Musik schwingen: Ein mittelalterliches Kinderfest begeisterte die jungen Besucher ebenso wie die Eltern.

Im Vorfeld hatten sich die Mitglieder des Kinderfreundevereins und die Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätte zusammengesetzt und gemeinsam das Fest am Fuße der Burgruine im Wald über Hatzfeld geplant. Zusammen mit dem Burgverein kam ihnen die Idee zu einem „mittelalterlichen Kinderfest“ mit Rittern, Gauklern und Spielen. „Wir haben beschlossen, in Zukunft mehr mit den Vereinen zusammenzuarbeiten“, berichtet Gudrun Müller, die die Kindertagesstätte in Hatzfeld leitet. „Und ich bin froh, dass alle so toll bei der Idee und der Planung geholfen haben.“ Das Ritterfest sei nur der Auftakt, weitere Feste seien bereits in Planung, sagt Müller.

Auch Harald Gross, erster Vorsitzende des „Vereins für Burg- und Heimatgeschichte Hatzfeld“ freut sich über das bunte Treiben auf der Burg: „Heute können wir den Besuchern mal zeigen, was für schöne Ecken unsere Gegend zu bieten hat.“ Der Verein kümmert sich seit etwa 20 Jahren um den Erhalt der Burgruine im Wald über Hatzfeld. Zudem haben es sich die Mitglieder zum Ziel gemacht, die Geschichte der Erbauer und Besitzer der Burg, der Herren von Hatzfeldt, zu erforschen. „Wir freuen uns, mehr Leben hier hoch auf die Burg zu bringen“, erklärt Gross. Und was läge da näher, als ein Ritterfest, passend zur historischen Kulisse, zu veranstalten?

Neben Tänzen zu Mittelaltermusik, aufgeführt von den Kindern der Kindertagestätte Hatzfeld, konnten die Besucher viele einfallsreiche Kostüme bestaunen. Sowohl die Kinder als auch die Mitarbeiter der Kindertagesstätte hatten sich in mittelalterliche Gewänder gekleidet. Außerdem ließ sich der „Kinderfreundeverein Hatzfeld“ einen besonderen Programmpunkt einfallen: Der Verein, der zurzeit über 300 Mitglieder zählt, hatte eine Rittertruppe eingeladen, die mit allerlei 
Spielen und Gerätschaften aus Fulda anreiste und bei den Kindergarten- und Schulkindern für eine gehörige Portion Spaß sorgte.

Mit viel Lärm begrüßte Frank Lehr von der „Ritterschaft Fulda“ die Kinder. „Wir haben einen weiten Weg gehabt und viele Löcher auf der Straße haben uns bei der Anreise gehindert“, erzählte er und spielte damit auf die Baustelle in Hatzfeld an. Danach führten die Mitglieder der Ritterschaft die Kinder auf den Burgberg, wo allerlei Spiele aufgebaut waren. Mit lockeren und manchmal auch rauen Sprüchen wie „Habt ihr nichts zu fressen, oder warum lahmt ihr?“, trieb Ritter Frank Lehr die Kinder den steilen Berg hinauf.

Nach einer kurzen Einweisung konnten sich die Kinder beispielsweise auf einem Holzbrett stehend mit Stroh gefüllte Säcke „um die Ohren hauen“, wie Lehr sich ausdrückte – wer zuerst fiel, hatte verloren. Zudem gab es das bekannte „Rolandreiten“. Dabei mussten die Jungen und Mädchen mit einem Holzspeer zu einem Holzschild „galoppieren“ und dieses treffen. Bei einem Treffer begann sich die Figur, auf der das Holzschild angebracht war, zu drehen. Sehr beliebt bei den kleinen Rittern und Prinzessinnen war auch das Bogenschießen – ein echter „Klassiker“.

Während die Kleinen auf der Burg in die Ritterspiele vertieft waren, konnten es sich die Eltern bei Kaffee und Würstchen vom Grill im Schatten der Bäume gutgehen lassen.

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