Gemündener Laiendarsteller begeistern unterm Sternenhimmel

Robin Hood unter Gemündener Sternen

Inkognito fordert Robin Hood (Helmut Faust) den Sheriff von Nottingham (Gerhard Zulauf, links) zum Duell im Bogenschießen.

Gemünden - Mit zwei Aufführungen begeisterte die Gemündener Theatergruppe am Wochenende fast 400 Kinder und Erwachsene. Auf der Freilichtbühne im Pfarrgarten vor der alten Stadtmauer und dem "Hexenturm" spielten sie "Robin Hood".

Für die Legende aus dem Sherwood Forrest hätte es kaum ein passenderes Ambiente gegeben: Die Bäume im Pfarrgarten boten zahlreiche Verstecke für die „Enterbten und Entrechteten“. Der Turm fungierte als brennende Burg und im Bachlauf plätscherte Wasser. Die angenehmen Abendtemperaturen und die Beleuchtung der Bühne sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Die Geschichte von Robin Hood ist bekannt, aber die 30 Laiendarsteller verstärkten mit ihrer schauspielerischen Leistung die Botschaft der Legende.

Als kleine Kinder werden Robin und Marian (als Kinder: Lennart Boucsein und Anne Hamatschek) von ihrer Burg vertrieben. Robin wächst im Kloster auf und Marian bei Marketenderinnen. Als Bettelmönch zieht später Robin (Helmut Faust) durch das Land und rettet den jungen Boy George (Juliana Faust) aus den Fängen von Wildhütern (Jann Hamatschek, Florian Brück). George nimmt ihn mit in sein Versteck, wo Robin Little John (Rolf Naumann), Mother Tuck (Angelika Viereckl), die Sängerin Alana da Lale (Cathrin Boucsein), Willy Scarlett (Marlen Faust) und andere Frauen (Cordula Glöde, Bärbel Möbus, Annalena Löwer) kennen lernt. Die Frauen überreden Robin, zu bleiben. Als einige Bäuerinnen (Claudia Löwer, Anika Pfeil, Sophia Bornscheuer) und die kleine Marie (Marie Klassen) um Aufnahme in das Lager bitten, erkennt Robin, dass er gegen den gierigen Sheriff von Nottingham (Gerhard Zulauf) vorgehen muss.

Mit seiner Ehefrau Lady Joan (Barbara Bornmann), dem Bischof von Hereford (Ekkehard Rindte) und den Adligen Sir Roger of Doncaster (Juri Klassen) und Lord Gisbourne (Max Göbel) plant der Sheriff die Entführung von Lady Marian, um Robin aus seinem Versteck zu locken - ihr Wahlspruch „Gegen die Krone und für England“. Aber die Anhänger um Robin Hood werden zahlreicher und wollen sich gegen weitere Ausbeutung wehren. „Gerechtigkeit den Armen, Kampf den Reichen“ erschallt ihr Schlachtruf.

Mit viel List gelingt es, Lady Marian in einem beeindruckend gespielten Kampf zu befreien. Dabei sorgt Rolf Naumann als Tanzbär für Erheiterung. Zum großen Finale kommt Richard Löwenherz (Hermann Noll) mit seinen Rittern vom Kreuzzug zurück. Er gibt seiner Nichte Marian und Robin schließlich seinen Segen.

Die 30 Laiendarsteller erhielten nach vier Monaten des Probens viel Applaus und die Anerkennung des Publikums. Besonders beeindruckte das Publikum Helmut Faust, als er den inneren Kampf Robins in einem langen Monolog vortrug. Denn eines war dem Freiheitskämpfer klar: „Wer Menschen anführt, ist selbst kein freier Mensch mehr“. Auch Bardensängerin Cathrin Boucsein erhielt tosenden Applaus. Sie wurde von Sabine Lange (Flöte) und Tosca von der Ahé (Gitarre) begleitet.

Weitere Darsteller waren: Marcel Löwer, Pascal Rindte, Max Noll, Lukas Rabben und Amrei Göbel. Souffleuse Elfi Faust dankte allen Helfern. Der Erlös ist für einen wohltätigen Zweck bestimmt.

von Ute Golde

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