Golden Creek Festival 2013

Rock an der Eder statt am Goldbach

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Die Golden Creek Crew mit Philipp Held, Sebastian Hirt, Erik Schloss, Hendrik Hönig, Sven Hönig, Marius Ernst, Julian Ritter und Jens Bornscheuer (von links) lädt zur Party ein.

Frankenberg-Röddenau - Der Rock am Goldbach wird größer - und der Fluss auch. Das Golden Creek Festival zieht vom Tennisheim zur Maschinenhalle an die Eder. Vier Bands sorgen am nächsten Freitag für rockigen Lärm auf dem Acker.

Die Golden Creek Crew lässt sich von nichts abschrecken. Wenn das alljährliche Golden Creek Festival wenig sommerlich ist, wird die Musik aufgedreht, bis jedem warm wird. Und wenn am Tennisplatz, wo das Rockfest bislang stattfand, gebaut wird, dann ziehen die Jungs mitsamt ihres Festivals einfach an die Eder. Die Maschinenhalle ist von den „Der Hirsch rockt“-Partys ohnehin als feierfähig bekannt. Jetzt zeigt der Röddenauer Verein, dass auch außerhalb des Gebäudes gut gerockt werden kann.

„Es passt einfach nicht mehr so wie vorher“, sagt der Vorsitzende Sebastian Hirt. Hecken und Steine machen das Tennisgelände schöner, aber eben auch weniger geeignet für ein Festival mit zuletzt immerhin rund 300 Besuchern. Neben der Maschinenhalle am Sportplatz ist Platz für deutlich mehr Gäste. „Aber wir werden wohl nicht alles nutzen“, sagt Jens Bornscheuer. Schließlich soll auch noch Platz zum Erweitern bleiben: Nächstes Jahr wird das Festival fünf Jahre alt. „Wir überlegen, ob wir dann einen Act holen, der auch aus den Charts bekannt ist“, lüftet Bornscheuer den Schleier für die Geburtstagsveranstaltung einige wenige Zentimeter. Doch bis dahin ist noch Zeit - erst einmal gilt es, das vierte Festival am nächsten Freitag, 2. August, erfolgreich zu gestalten.

Die Voraussetzungen dafür sind bestens. Nicht nur, dass es seit Wochen durchgehend warm ist. Auch die Bands versprechen eine ordentliche Mischung von hartem bis zu massentauglichem Rock. Als Erstes zugesagt haben die heimischen Jungs der Band „Folxpunk“. Die hatten bei der Vorstellung ihrer jüngsten EP noch gesagt, 2013 wollten sie mehr Festivals besuchen - und dabei die „Golden Creek Stage“ explizit erwähnt. Prompt kam die Einladung und wenig später die Zusage. Die Jungs der Frankenberger Band sind bekannt für die lauten Töne, die eingängigen Texte. Auf der EP „Schizophren“ wurde es etwas nachdenklicher, reifer. Es blieb aber stets tanzbar. Auch einige Titel aus dem gerade entstehenden, neuesten Album der Band dürften am nächsten Freitag am Sportplatz zu hören sein.

Von Röddenau in die USA

Auf ihrer Deutschlandtour legt die Band „Goldmouth“ eine Station in Röddenau ein. Tillmann Frohberg, Steffen Thede und Lucas Reuter sind noch jung - aber erfolgreich. Die Band ist Gewinner des deutschlandweiten „Schooljam Contests 2013“ und hat bereits mit Größen wie den Donots, Turbostaat oder Kadavar gespielt. Ihre musikalischen Wurzeln liegen eher in der frühen Jugend ihrer Eltern: in den 1970er-Jahren. Ähnlichkeiten mit den späten Beatles sind kaum zu verkennen - doch haben die Jungs noch mehr Biss. Ihre erste eigene Platte haben sie im März dieses Jahres aufgenommen. Viele der Titel sind auch bei der „Golden Creek Stage“ zu hören.

Wiederum „Söhne der Heimat“ sind die „Cactas“, allesamt aus dem Frankenberger Land. Sie spielen überwiegend eigene Songs, aber auch Coverversionen von Künstlern wie Milow, den Toten Hosen oder den Ärzten. Mit eigenen Titeln wie „Only want to be with you“ oder „Cold as Ice“ gehören sowohl Rockballaden als auch Hardrock zum Repertoire der Band. David Henkel, Arne Steinbrink, Florian Schmidt und Manuel Naumann bieten einen bunten Ritt durch die unterschiedlichen Spielarten des Rock - gute Laune ist daher garantiert.

Für „Hello Gravity“ ist Röddenau die letzte Station in Deutschland, bevor sie zu ihrer Tournee in die USA starten. So reiht sich der Frankenberger Stadtteil ein in eine Liste mit Long Beach, Las Vegas und San Diego - aber auch mit anderen Tourstationen wie München, Hannover, Hamburg, Berlin, Paris und London. „Hello Gravity“ haben erst vor zehn Wochen ihr zweites Album „The Golden Kind“ veröffentlicht, das vor Ideen nur so sprüht. So ist auch ihr Spektrum ein weites: Es reicht von Pop über Indie bis hin zu Alternative. Das Fachmagazin „Rolling Stone“ schrieb über die vier Jungs: „Hello Gravity spielen eine überraschend unkomplizierte Variante des weitverbreiteten Indie-Wave britischer Prägung“. Wenn das keine guten Voraussetzungen für einen heißen Abend sind.

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