Abschluss mit den "Tabacs"

Die Rock-Kneipe "Zeit(t)raum" schließt

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Holger Pfannschmidt macht das Bistro „Zeit(t)raum“ zu. Acht Jahre lang war er der Wirt der Rock-Kneipe in einer der Frick-Hallen in Burgwald. Freitag steht er das letzte Mal hinter dem Tresen.Foto: Patricia Kutsch

Burgwald - Das Burgwalder Bistro "Zeit(t)raum" schließt. Am Freitag gibt es dort das vorerst letzte Konzert für Fans der Rockmusik. Die Band "Tabacs" macht den Abschluss, bevor Holger Pfannschmidt seine Kneipe abschließt. Er sucht allerdings einen Nachfolger, der seinen "Zeit(t)raum" übernimmt.

Holger Pfannschmidt gibt seinem Bistro seit mehr als acht Jahren ein Gesicht. Es ist eigentlich mehr eine Rock-Kneipe, denn das Bistro hat nur von Donnerstag bis Samstag in den Abendstunden geöffnet - und oft bis in die Nacht hinein. Dann treffen sich Fans der Rockmusik im „Zeit(t)raum“ in einer der alten Frick-Hallen in Burgwald. An den Wochenenden sind oft Bands aus der Rock-Szene zu Gast und heizen dem Publikum ein. „Wir spielen die gesamte Bandbreite der Rockmusik und ihrer Stilrichtungen“, sagt Pfannschmidt. „Keine Gassenhauer, sondern mehr spezielle Sachen“, erklärt er. Dadurch hat er ein großes Stammpublikum - „Freunde der guten Musik“ nennt er sie.

Pfannschmidt hat sein „Zeit(t)raum“ im November 2005 eröffnet - weil er Rockmusik liebt und weil es plötzlich keine gute Kneipe mehr für diese Musik gegeben habe. Der „Reaktor“ in Frankenberg hatte kurz zuvor geschlossen. Pfannschmidt selbst hatte damals in Kassel gewohnt, ebenso wie sein Bruder. Der kaufte dann allerdings eine der Frick-Hallen, um sich mit CNC-Zerspanung selbstständig zu machen. Das Bürogebäude brauchte er allerdings nicht - und so kam Pfannschmidt die Idee für seine Rock-Kneipe.

Die ersten drei Jahre war der gebürtige Burgwalder Vollzeit-Wirt, öffnete schon am Vormittag. Nebenbei arbeitete er für seinen Bruder. Der brauchte seine Arbeitskraft aber immer häufiger, weshalb der „Zeit(t)raum“ seit einigen Jahren nur noch von Donnerstag bis Samstag ab 20 Uhr geöffnet war.

Nun will der Burgwalder die Kneipe aufgeben. „Ich muss aus Zeitmangel aufhören“, sagt er. Er lebt bei seiner Freundin in Geismar, ist mittlerweile Vater von zwei Kindern, hat bei seinem Bruder in der Firma viel zu tun. „Bei der Eröffnung war schon klar, dass ich das hier nicht ewig mache“, sagt er. Daher auch der Name. „Es ist eben ein Lebensabschnitt. So wie die ‚Reaktor‘-Zeit in Frankenberg ein schöner Abschnitt war und davor die ‚Treibhaus‘-Zeit.“ Vorgenommen hatte Pfannschmidt sich damals eigentlich zehn Jahre. „Die habe ich nicht ganz geschafft, aber ich brauche mehr Zeit für die Familie“ - ebenso für andere Hobbys, die in den vergangenen Jahren zu kurz gekommen seien, etwa das Motorradfahren.

Die erste Band die damals am 25. November 2005 rockige Musik im Bistro erklingen ließ, war die Gruppe „Tabacs“. In den vergangenen Jahren gaben sie oft ein Gastspiel in dem Burgwalder Bistro. „Das hat uns manchmal echt an unsere Grenzen gebracht“, erinnert sich der 46-jährige Pfannschmidt mit einem Lächeln. Vor zwei Jahren trat die Gruppe zuletzt im „Zeit(t)raum“ auf, pausierte danach längere Zeit - rund 230 Gäste waren bei diesem Konzert in dem Bürogebäude der alten Frick-Halle in der Südstraße dabei.

Für seinen letzten Abend im „Zeit(t)raum“ wünschte Pfannschmidt sich daher auch ein Konzert der „Tabacs“. Sie spielen am Freitag in der Kneipe. Als Vorgruppe tritt „Lärmkommando“ auf. „Wir öffnen um 19 Uhr und ich denke es wird voll“, sagt er zuversichtlich, während er an den letzten Aufräumarbeiten ist und sich an weitere Höhepunkte in fast neun Jahren als Kneipen-Wirt erinnert: Da sei die „Kapelle „Petra gewesen, aus Hamm. Mehr als 130 Besucher feierten zu deren Musik. Richtig voll sei es bei seinen zwei Open-Air-Festivals gewesen.

Weil Pfannschmidt an seinem Bistro hängt und auch an der Rock-Musik, die dort gespielt wurde, sucht er einen Nachfolger. „Die Gäste hoffen darauf und ich auch.“ Dann könnte er selbst Gast sein. Denn eine Kneipe, die seine Art von Rockmusik spielt, gebe es im Umkreis nicht.

Das „Zeit(t)raum“ wird Pfannschmidt also zunächst nicht ausräumen. Er schließt nach der großen Abschiedsparty ab und hofft auf einen Interessenten, der bald wieder aufschließt.

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