Frankenberg

"Rock meets Classic": Konzerte begeistern tausend Besucher - Video

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- Frankenberg (jos). Auf Strawinsky folgt Deep Purple und nach AC/DC erklingt Beethoven: Bei zwei Konzerten mit dem Titel „Rock meets Classic“ am Wochenende in der Kulturhalle wurde wildes musikalisches Durcheinander zum Konzept erklärt. Rund tausend Zuhörer waren davon restlos begeistert.

Es mutet an wie ein Aufeinandertreffen von Atom-Lobbyisten und Greenpeace-Aktivisten: Rock und Klassik – zwei musikalische Welten treffen in der Frankenberger Kulturhalle aufeinander. Das geschieht im Gegensatz zum Castor-Transport allerdings völlig harmonisch und ohne größere Zwischenfälle. Gerade in den krassen Kontrasten liegt die große Stärke der Produktion des Schulorchester und der Band „Backstrikers“: Den Reiz der Gegensätze spielen die Musiker voll aus, sie entfachen eine beinahe unbändige Begeisterung auf der Bühne, die sich in kurzer Zeit auf das Publikum überträgt.

Das Intro übernimmt ein Dudelsackspieler, der durch den dunklen Saal auf die Bühne marschiert. Bevor Rockband und Orchester die ersten Töne gemeinsam anstimmen, stellen sich beide Ensembles einzeln vor: Maestro Markus Wagener und seine Musici glänzen mit ihrem Paradestück, einem Medley aus dem Musical „Lord of the dance“. Die elektronische Verstärkung tut dem Stück sehr gut, gerade weil die Bässe und das Schlagzeug auf diese Weise sehr druckvoll rüberkommen.

Die „Backstrikers“ wollen mit ihrem ersten Stück gleich zeigen, wo der Hammer hängt – und schmettern den AC/DC-Klassiker „Hells Bells“. Leider traut sich der Tontechniker zu diesem Zeitpunkt noch nicht so recht, die Lautstärke der Musikrichtung anzupassen. Aber vielversprechend ist die erste Hardrock-Nummer des langen Abends allemal.

Das erste Aufeinandertreffen folgt bei klassischen Werken, die durch die Band verrockt werden. Keyboarder Jochen „Klumpi“ Lehnert hat mit viel kompositorischer Raffinesse unter anderem Auszüge aus Beethovens fünfter Sinfonie und den bekannten türkischen Marsch von Mozart für Schulorchester und Rockband arrangiert. Leider ist der Aufführung anzuhören, dass die Probenzeit für die Schüler sehr kurz gewesen ist. Das fällt gerade deshalb auf, weil andere Stücke, die das Orchester schon länger im Programm hat, besser „sitzen“.

Im zweiten Programmteil kommt Die Big Band des Orchesters zu ihrem Solo-Auftritt und reißt das Publikum bei einem Blues-Brothers-Medley mit. Auch die Big Band vereint sich mit den „Backstrikers“. Bei „Summertime“ und „Mr. Bojangles“ wird deutlich, dass Sänger Matthze Maurer in der Blues- und Swing-Musik zu Hause ist. Bei diesen Stücken klingt er einfach am Besten.

Die Ausflüge in den Hardrock haben aber allemal auch ihren Reiz. Ob „Born to be wild“ oder „Cheap Sunglasses“ – die Kombination von Band und Orchester begeistert gerade bei den heftigeren Rocksongs. Leider ist das Orchester, das bei diesen Songs als Begleiter fungieren sollte, teilweise zu laut abgemischt. Aber so wie die Sound-Einstellungen werden auch die Musiker im Lauf des Abends immer besser und feuern sich gegenseitig zu Höchstleistungen an, die in einem furiosen Höhepunkt münden: „Wind of change“ wird zusammen mit der Zugabe „Hallelujah“ zum stärksten Stück des Abends. Den minutenlangen Beifall haben sich die Akteure des Abends mehr als verdient.

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