Coverbands in Burgberghalle

Rockig, glücklich und ein bisschen Sumpf

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Battenberg - „Heute Abend wird's rocken!“ Und der Battenberger Culturclub hatte den 600 Gästen in der Burgberghalle tatsächlich nicht zu viel versprochen: Die Coverbands „Quo“ und „Hey Tonight“ begeisterten mit Stimmgewalt und guter Laune.

„Ihr bringt uns ins Schwitzen, Battenberg“, rief Reiner Jodorf, Leadsänger der Band „Hey Tonight“ ins Publikum. Umgekehrt war das aber sicherlich genauso: Die „Creedence-Clearwater-Revival-Coverband“ heizte den 600 Zuschauern bereits zu Beginn des Konzertabends in der Burgberghalle richtig ein. Auch ihre Hamburger Kollegen, die „Status Quo“-Coverband „Quo“ standen dem in nichts nach und setzten an Rockhärte und Lautstärke „einfach noch einen drauf“, wie Günter Wack, der Culturclub-Vorsitzende, formulierte. Mit langen Mähnen und nicht zu bremsender Energie gab es bei ihnen kein 
Stillstehen. Ihr Elan wirkte ansteckend: Die Gäste ließen sich mitreißen und tanzten, klatschten und sangen zu den Hits der britischen Band. Der Beginn des Konzerts, das der Battenberger Culturclub veranstaltete, war ganz so, wie es bei professionellen Konzerten üblich ist: Sie fangen niemals pünktlich an. Ein Grund in Battenberg war, dass Schlagzeuger Michael Marquardt noch fehlte. Das Publikum nahm es gelassen: In kleinen Grüppchen standen die Gäste, die im Durchschnitt zwischen 40 und 60 Jahre alt waren, zusammen und unterhielten sich aufgedreht in vorfreudiger Erwartung. Sonnenbrille und Coolness Das Warten lohnte sich: Als „Hey Tonight“ auf die Bühne traten, erklangen sofort die harten Gitarrenriffs von Martin Friedenstab, die bereits den qualitativen musikalischen Höchststandard des Abends ankündigten. Stilecht mit Sonnenbrille und sichtlich Spaß am Auftritt kündigte Jodorf an: „Unsere Musik kommt direkt aus dem Sumpf – ihr könnt die Grillen schon hören.“ Der Sänger behielt recht: Die Band performte CCR-Songs wie „Born on the Bayou“ und „Travelin' Band“ dreckig-verrotzt und dabei mit gelassener Coolness. Die Coverband bewies zudem, dass sie auch ganz brav sein kann: „Cotton Fields“ und „Who'll stop the rain“ luden mit ihren Country-Rhythmen zum entspannten Mitschunkeln ein. Bei allen Songs stach die Bandbreite von Jodorfs Stimme heraus. Ob tiefes Röhren aus seiner Kehle heraus, hohe Töne mit der Kopfstimme oder quäkende Einschläge à la Mick Jagger – der Sänger bewies sein Können mit einem vielfältigen Timbre. Gitarrist Friedenstab begeisterte ebenfalls mit seinem musikalischen Können: Als er ein langes Solo spielte, fiel das Publikum in einen lang anhaltender Applaus mit Jubelschreien. Als die Musiker ihre Zuhörer dann mit „Hey Tonight“ zu ihren Kollegen „Quo“ entließen, war es kaum mehr zu bändigen: Lautes Pfeifen und Jubelschreie gaben ihre Begeisterung 
Ausdruck. Den obligatorischen Abstand zur Bühne konnten jedoch erst „Quo“ brechen. Die langhaarigen Rocker, die bereits seit 25 Jahren in derselben Besetzung auftreten, legten noch einmal an Tempo, Lautstärke und Rockhärte zu – und das gefiel dem Publikum sichtlich. In den vorderen Reihen gab es kein Halten mehr: Die Haare wurden geschüttelt, Arme und Beine wild von sich geschleudert und die Augen geschlossen, um die Musik intensiver zu erleben. Dabei war alles möglich – richtig abrocken oder einfach nur still genießen. Wem das lange Stehen zu anstrengend war, holte sich ganz unkompliziert einen Stuhl und setzte sich damit an den Rand der Halle. Mitwippen im Rhythmus Doch es gab kaum einen Fuß, der nicht im Takt der Lieder mitwippte. Bei „Whatever you want“ forderte das Publikum mit wildem Klatschen das Tempo des Songs ein, und mit Rockin' all over the world“ war sicherlich der Party-Höhepunkt des Abends erreicht. Es gab wohl kaum jemanden in der Halle, der den Refrain nicht mitsang oder nicht wenigstens den Rhythmus dezent mit der Hand auf dem Knie mitklatschte. Der gesamte Saal schien in Bewegung zu sein – vermutlich ein Effekt der Hamburger Musiker, die wie Flummies über die Bühne tobten. Das schien kaum noch zu toppen – bis Schlagzeuger Colo Köhler ein wummernd-dröhnendes Solo mit anschließend humoriger Quiz-Einlage hinlegte.Sänger Stefan Anowski fasste zufrieden zusammen: „Ich schau in viele glückliche Gesichter.“ Genau das hatten die beiden Bands aus Hamburg neben einer ausgelassenen Party-Stimmung unter Publikum und Veranstalter bestens erreicht.

Mehr Bilder sind zu sehen in der Bildergalerie "Coverbands in Battenberg" auf www.wlz-fz.de.

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