Röddenauer protestieren gegen Bebauung der Bachwiesen

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„Rettet die Bachwiesen“: Mit diesem Spruchband und Plakaten demonstrierten am Sonntagnachmittag Röddenauer Bürger gegen die Bauleitplanung der Stadt Frankenberg, die die Bebauung der südöstlich vom Dorf gelegenen Grünfläche mit etwa 47 Wohnhäusern vorsieht. Innerhalb von fünf Tagen hatten 280 Einwohner dagegen unterschrieben.

Röddenau. Gegen die Bauleitplanung der Stadt Frankenberg, im Bereich „Bachwiesen/Im Hof/In der Lache" ein Neubaugebiet mit etwa 47 Häusern auszuweisen, regt sich im Stadtteil Röddenau heftiger Widerstand.

Am Sonntag traf sich eine neu gegründete Bürgerinitiative bei den Wiesenflächen am südöstlichen Ortsrand und demonstrierte mit Plakaten, Infostand und Transparenten gegen den „Verlust einer letzten grünen Resource, die für Spaziergänger, Jogger, Walker, Mütter mit Kinderwagen, Senioren und Kinder ohne Pkw zu erreichen ist“, so eine der Sprecherinnen in der anschließenden Pressekonferenz.

Innerhalb von fünf Tagen unterstützten 280 Röddenauer Einwohner spontan mit ihrer Unterschrift den Protest der Bürgerinitiative gegen den Bebauungsplan, der ab heute im Frankenberger Rathaus öffentlich ausliegen wird.

„Das ist ein großartiger Erfolg“, freute sich Monika Güttinger, die gemeinschaftlich mit Thomas Baumann, Heinz-Willi Bornscheuer, Marco und Tanja Gaydos die Initiative vertritt. Von der Stadt seien zwar Eigentümer zum Gespräch eingeladen worden, nicht aber die Anlieger.

„Höhere Verkehrsbelastung“

Wenn zur Erschließung dieses Neubaugebietes der Mittelweg und der geteerte Feldweg zur Kastanienallee ausgebaut werden sollten, bestehe die Gefahr, dass ein großer Teil des von Frankenberg kommenden Verkehrs vom Kreisel ins Dorf und ins obere Edertal diese beiden Straßen als Abkürzung und „Rennstrecke“ nutzen werde, erklärten die BI-Sprecher. Der Muschelweg könne so viel Verkehr nicht aufnehmen und sei auf Höhe der Bäckerei und der Metzgerei jetzt schon chronisch überlastet.

Auch unter Naturschutzgesichtspunkten eigne sich der Wiesengrund nicht für eine Bebauung, weil nach Ansicht der protestierenden Röddenauer der Lebensraum von unter Naturschutz stehenden Arten wie zum Beispiel Ameisenbläuling, Falke, Schleiereule, roter Milan, Hermelin und Grünspecht zerstört würde.

Ein Obstgarten mit wertvollem altem Baumbestand müsste abgeholzt werden, zwei Familien würden ihren Garten verlieren und eine Familie müsste die Viehhaltung einschränken, hieß es.

„Wiesen zu nass“

Darüber hinaus seien die Wiesen aufgrund ihrer Nässe - bei Überschwemmung durch den Goldbach und mangelnde Versickerung von Regenwasser - als Baugebiet hochproblematisch. (zve)

Was die Bürgerinitiative fordert, das lesen Sie in der gedruckten Montagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

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