Bürgermeister sucht Räume

Rosenthal bekommt acht Asylbewerber, hat aber keine Unterkunft

Von hier kommen die Asylbewerber in den Landkreis: Die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen ist die erste Anlaufstelle für Flüchtlinge in Hessen. Der Landkreis wiederum verteilt die Asylbewerber an die Kommunen. Archivfoto:  Paulus

Rosenthal. Die Stadt Rosenthal muss ab Mittwoch, 22. Oktober, acht Asylbewerber unterbringen. Das Problem: Die Stadt hat keine Unterkunft und bittet die Bevölkerung um Hilfe.

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg waren zum letzten Erhebungsdatum am 1. Oktober 777 Asylbwerber untergebracht: 316 verteilt auf neun Gemeinschaftsunterkünfte, weitere 461 in Privatunterkünften und sonstigen Wohnformen. Diese Zahlen hatte der Landkreis der HNA auf Nachfrage mitgeteilt. „Die zur Verfügung stehenden Kapazitäten sind erschöpft“, teilte der Landkreis dazu mit.

Dass die Stadt Rosenthal nun recht spontan acht Asylbewerber unterbringen muss, kommt für den Rosenthaler Bürgermeister Hans Waßmuth deshalb nicht ganz überraschend: „Der Landkreis hatte den Kommunen schon im Juli geschrieben und sie darauf hingewiesen, dass ihnen Asylbewerber zugeteilt werden, wenn die Kapazitäten erschöpft sind. Nun ist auch Rosenthal dran“, sagte Waßmuth am Montag der HNA.

Der Bürgermeister hat sich an die Zeitung gewandt, weil er nun dringend eine Unterkunft für die acht Asylbewerber sucht - von daher kam das Fax des Landkreises am vergangenen Freitag für die Stadt doch ein wenig unverhofft.

„Acht Asylbewerber sind nicht viele, aber wir als Stadt haben keine einzige Wohnung frei, deshalb bitte ich die Bevölkerung um Unterstützung“, sagte Waßmuth. Wer also eine freie Wohnung für mindestens vier Personen zur Verfügung stellen kann, solle sich bis Mittwochmorgen im Rathaus melden, Tel. 06458/50950. Auch Sach- und Kleiderspenden würden benötigt.

Bei den acht Asylbewerbern handele es sich um zwei Familien oder Gruppen mit je vier Personen, die aus Serbien beziehungsweise dem Iran stammen.

Findet sich keine Privatwohnung, bliebe der Stadt wohl nur die Sport- und Kulturhalle als Gemeinschaftsunterkunft. „Da gibt es Duschen und Toiletten, aber keine Betten“, sagte Waßmuth. „Wir müssten also Feldbetten aufschlagen.“

Noch ist der Bürgermeister aber zuversichtlich, dass sich auf seinen Aufruf jemand im Rathaus meldet. Einige Besitzer von Wohnungen in Rosenthal habe er schon selbst angerufen - bislang erfolglos. „Und ich kann ja nicht jeden anklingeln.“

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Quelle: HNA

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