Rosenthal

Rosenthal stellt sich Bevölkerungswandel

- Rosenthal. Am Dienstag Abend legte Bürgermeister Hans Waßmuth den Rosenthaler Stadtverordneten den 80-seitigen Schlussbericht des Landesrechnungshofes über die Folgen des Bevölkerungswandels vor. Um 28,1 Prozent sinkt die Bevölkerungszahl der Burgwaldstadt danach bis 2050.

In einer „vergleichenden Prüfung“ hat die Wiesbadener Gesellschaft „arf“ im Auftrag der Rechnungsprüfer untersucht, welche Auswirkungen knapp 30 ausgewählte Kommunen in Hessen zu erwarten haben, wenn das Durchschnittsalter der Einwohner steigt und die Bevölkerungszahl sinkt. Bromskirchen und Rosenthal sind wie berichtet die einzigen Kommunen im Kreis, die für die Studie herangezogen wurden.

Stuft die Arbeit Bromskirchen als „schrumpfungsorientiert“ ein, dokumentiert sie für Rosenthal das ehrgeizige Ziel, den „aktuellen Stand zu halten“. Doch die Stadt stehe bei der Wahrnehmung des Wandels und seiner Folgen „noch am Anfang“, urteilen die Autoren – genau wie bei Bromskirchen, das ebenfalls seit Jahren Ideen entwickelt.

Nach ihren Statistiken rechnen die Autoren mit einem überdurchschnittlichen Bevölkerungsrückgang in der Stadt:

  1. Von derzeit rund 2300 Einwohnern soll die Zahl bis 2050 auf rund 1600 sinken, ein Minus von 28,1 Prozent. Zum Vergleich: Hessenweit rechnen die Forscher mit einem Bevölkerungsrückgang um 16 Prozent.
  2. Die Zahl der Kinder halbiert sich danach fast von 120 auf 77,
  3. die Zahl der Jugendlichen fällt von 299 auf 176,
  4. die Zahl der Erwerbstätigen schrumpft von derzeit rund 1300 auf etwa 923.
  5. Aber auch die Zahl der Senioren sinkt nach einem Höchststand von 487 im Jahr 2040 auf 432 zehn Jahre später. Das wären noch weniger als derzeit.

Die Stadt habe die Bedeutung des Bevölkerungswandels erkannt und sich mit ihm bereits beschäftigt, betont die Studie, es werde bereits darauf hingewirkt, die Infrastruktur den Bedürfnissen einer alternden Bevölkerung anzupassen. Dazu gehöre „ein ausreichendes Angebot professioneller und privater Dienstleistungen“.

Im Ausblick kommen die Autoren zum gleichen Ergebnis wie in Bromskirchen: „Die Stadt hat noch die Möglichkeit, die Folgen des demographischen Wandels zu gestalten“ – aber es sei unmöglich, ihn umzukehren. Es dauere noch etwa zehn bis 15 Jahre, bis die Verschiebung der Altersstruktur zu einem Bevölkerungsrückgang führe, diese Zeit müsse die Stadt nutzen. Mit jedem Jahr nehme die „sachliche und finanzielle Gestaltungsmöglichkeit“ ab. Aber die Stadt müsse sich finanzielle Spielräume schaffen. Auch der Rosenthaler Magistrat ist aufgefordert, den Rechnungsprüfern bis zum 10. Dezember zu melden, welche Aspekte der Studie die Stadt aufgreifen will.

Mehr in der Printausgabe der FZ vom 6.10.

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