Rosenthal

Rosenthaler Twike holt dritten Platz beim "X Prize"

- Rosenthal / Washington. Mit ihrer „Twike“-Neuentwicklung „TW4XP“ nahmen die Autobauer um Teamchef Martin Möscheidam internationalen Wettbewerb um den „Progressive Automotive X Prize“ teil.Mehr als 140 Fahrzeuge waren vor drei Jahren an den Start gerollt, bei der Siegerehrung am Donnerstag in der US-Hauptstadt Washington waren nur noch sieben übrig – darunter das „Three Wheeler for X Prize“ aus Rosenthal, kurz „TW4XP“. Es kam in seiner Klasse „Alternative“ auf Platz drei.

Vor dem stattlichen Gebäude der Historical Society vergab die Stiftung „X-Prize“ am Nachmittag deutscher Zeit die Preise. Zehn Millionen US-Dollar waren zu verteilen – aber Platz drei bedeutet für die Rosenthaler: kein Preisgeld. Denn das gibt es nur für den ersten Platz in den drei Klassen, 2,5 Millionen Dolar wären es geworden.

Doch dass es nicht für den Sieg gereicht hat, tut der Freude im Team keinen Abbruch: „Wir haben den ,X Prize‘ immer vor allem als Unterstützung in der Entwicklung gesehen, da der ambitionierte Zeitplan uns sehr geholfen hat“, erklärt Teamsprecherin Barbara Wilms.

Martin Möscheid war schon vor einer Woche in die USA geflogen, Wilms und Elektroniker Bernd Wernerfolgten am Dienstag. Auch zwei amerikanische Teammitglieder nahmen gestern an der Siegerehrung teil.

Im April hatten die Ausscheidungswettbewerbe in den USA begonnen. Beim „Final Race“ im August waren in der Mainstream- und der alternativen Tandem-Klasse jeweils nur noch ein Fahrzeug übrig, das die strengen Anforderungen erfüllte. Somit entfiel für sie das Wettrennen. In der Side-by-Side Klasse mit dem Rosenthaler Gefährt traten noch fünf Fahrzeuge an. „Bemerkenswert ist, das die Mehrzahl der qualifizierten Konzepte dreirädrig sind. Dennoch haben sie die strengen Tests zur Fahrstabilität gut bestanden“, erklärt Wilms. Außerdem habe kein Fahrzeug mit einem Verbrennungsmotor so weit bestanden.

Die Wettbewerber fuhren Runde um Runde bei glühender Hitze und einer erlaubten Geschwindigkeit von 110 Stundenkilometern – am Steuer des „Twikes“ saß Wolfgang Möscheid. Drei der fünf Wettbewerber schafften es über die Ziellinie. Das Fahrzeug „Wave II“ des US-Teams Li-ion Motors ging zuerst über die Ziellinie, gefolgt vom „Race About“ und dem „TW4XP“. Im Verbrauch während des Rennens lag das Twike mit 1,7 Litern auf 100 Kilometern vor „Wave“ mit 1,88 Litern und „Race About“ mit 2,35 Litern. Entscheidend war jedoch die Zielreihenfolge.

Anschließend wurden alle Finalisten im Labor erneut strengen Prüfungen unterzogen, bei denn die Zulassung zum Rennen nachträglich entzogen werden kann.

Das Gesamtergebnis des Wettbewerbes wurde am Donnerstag bei der Siegerehrung im Freien bekannt gegeben, um 17.50 Uhr stand offiziell fest: Die 2,5 Millionen Dollar gehen an Li-ion Motors. Dennoch: „Wir sind sehr zufrieden mit der Leistung unseres Fahrzeuges und freuen uns schon darauf, es in Deutschland zu Probefahrten zur Verfügung zu stellen – auch potentiellen Investoren,“ sagt Wilms.

Für den Stiftungssprecher stand gestern bei der Prämierung jedenfalls fest: „Jedes Team ist ein Gewinner.“(r/-sg-)

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