Kunstmarkt in Frankenberg

Rostige Kunst und Weihnachtsdeko

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Frankenberg - Kunstwerke aus entsorgten Holzbalken geschnitzt, mit bunter Farbe auf Leinwand gemalt oder aus Metallen geschmiedet: Auf dem Frankenberger Kunstmarkt haben rund 1500 Besucher die Bandbreite des Kunsthandwerks gesehen.

Ein altes Werkzeug, mit dem früher Elektrospulen aufgerollt wurden, hat Doris Brandt-Füssel zu einem echten Kunstwerk aufgearbeitet. Das leicht verrostete Werkzeug aus Metall hatte längst ausgedient, bekam von der Kunsthandwerkerin aber eine neue Bedeutung: Mit Vögeln und Naturmaterialien verziert ist es ein kleiner Hingucker geworden. Die Werke am Stand von Brandt-Füssel stehen alle unter dem Thema Fragmente - denn es sind alles Kunstwerke „aus ausgedienten Werkzeugen, die ich mit floralem aufgearbeitet habe“, erklärt die Ausstellerin.

Neben ihr stellen rund 40 weitere Kunsthandwerker ihre Arbeiten aus: Töpferarbeiten, Schnitzereien aus Holz, weihnachtliche Dekoartikel, Lampen, Babyschuhe und schmiedeeiserne Figuren. „Fast alle Bereiche des Kunsthandwerks sind bei diesem Markt wieder abgedeckt“, erklärt Christian Röder vom Vorstand der Frankenberger Culturwerkstatt. Zum 27. Mal richtet die Culturwerkstatt diesen Markt in der Ederberglandhalle aus und immer wieder ziehen die Aussteller mehr als 1000 Besucher an. So auch in diesem Jahr: „Am Samstag haben wir 400 Besucher gezählt“, berichtet Röder. Mehr als 1000 seien es am Sonntag.

Zum Gelingen tragen natürlich die Kunsthandwerker bei - einige schon seit vielen Jahren. „Etwa zwei Drittel der Aussteller sind jedes Jahr dabei. Der Rest wechselt immer wieder“, sagt Röder. Das liege zum Beispiel daran, dass viele Kunsthandwerker, die erstmals in ihrem Leben ausstellen, die Chance nutzen und sich auf dem Frankenberger Markt präsentieren. Dabei stammen die Kunsthandwerker nicht nur aus der Region. Hans-Werner Henkel etwa ist aus Rauschenberg im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Holzdesigner bietet seit 15 Jahren seine Kunstobjekte in Frankenberg an. Zum vierten Mal ist Michael Spurk dabei. Auch er arbeitet mit Holz: Aus Stämmen arbeitet er mit der Kettensäge Gesichter heraus, aus alten Holzbalken - teilweise stammen sie aus Häusern, haben Löcher oder verbergen Nägel und Schrauben in ihrem Innern - schnitzt Spurk filigrane Skulpturen mit Beitel und Hammer heraus. „Ich habe jetzt zwei Jahre Pause gemacht“, sagt der Marburger. „Es ist schön, wieder auf einen Markt zu kommen. Und eine Skulptur habe ich auch schon verkauft.“

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