Die Sommertour des SPD-Politikers Reinhard Kahl startete zu alten Haustierrassen

Rote Rinder im Goldbachtal

Wanderung ins Goldbachtal: Über das Weideprojekt mit 22 Rindern der alten Haustierrasse Rotes Höhenvieh informierte sich der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhard Kahl (5. von links) mit vielen interessierten Bürgern am neu gebauten Viehunterstand. Foto:  Völker

Wangershausen. Große Anerkennung erhielten der Verein „Freunde des Goldbachtales“ und die Nabu/Naturschutzjugend Frankenberg für ein einzigartiges Landschaftspflegeprojekt mit Rotem Höhenvieh, als am Donnerstag der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhard Kahl seine Sommertour durch den Wahlkreis eröffnete. Kahls Sommertour steht diesmal unter dem Motto „Alte Haustierrassen“ – und mehr als 40 Naturschutzfreunde wanderten mit ihm von Wangershausen bis zu einem neu errichteten Viehunterstand. Von dort aus beweiden derzeit 22 Rinder eine 25 Hektar große Wiesenfläche auf drei Kilometern Bachlänge.

Drei Viertel der Wiesen waren brach gefallen und drohten zu verbuschen, als sich 2008 die Weidegemeinschaft Goldbachtal und die Frankenberger Nabu/Naturschutzjugend mit ehemaligen und aktiven Landwirten, Förstern, einem Tierarzt und interessierten Jugendlichen entschloss, sechs Rinder und einen roten Jungbullen des Roten Höhenviehs anzuschaffen und Pachtverträge abzuschließen.

Erhaltung einer alten Rasse

„Es ist großartig, wie hier die Erhaltung einer alten Haustierrasse und die Nutzung einer bedrohten Kulturlandschaft in Einklang gebracht worden sind“, sagte Kahl. „Uns hat dieses schöne, aber landwirtschaftlich nicht mehr genutzte Tal schon immer etwas Sorgen bereitet“, berichtete Martin Wirwahn, der Ortsvorsteher des 210 Einwohner zählenden Stadtteils Wangershausen. Er berichtete aus der Geschichte des Dorfes mit Landwirtschaft, Goldwäscherei im 18. Jahrhundert, dem 1980 ausgerufenen Standort einer atomaren Wiederaufbereitungs-Anlage und der Ansiedlung eines Industriebetriebes mit 100 Arbeitsplätzen vor zehn Jahren. „Mit der Landschaftspflege durch das Rote Höhenvieh wurden bei uns völlig neue Wege beschritten“, sagte Wirwahn.

Auch Landrat Dr. Reinhard Kubat nannte das Wangershäuser Weideprojekt modellhaft. Es helfe mit, die „Schätze der Region“ zu erschließen und zu erhalten. Die damit verbundene ehrenamtliche Arbeit und das besondere Bürgerengagement würdigte der Bundestagsabgeordnete Dr. Edgar Franke (Borken). Für die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) dankte Dr. Hendrik Sommer (Frankenberg) den Züchtern des Roten Höhenviehs im Goldbachtal.

Viel Herzblut eingebracht

„Wir hatten das Glück, Wangershäuser zu finden, die mit Herzblut an dieser Landschaftsform hängen und ihre Fähigkeiten einbringen“, berichtete Nabu-Mitinitiator Frank Seumer, der gemeinsam mit Landwirt Ernst Paulus die Rinderherde vorstellte. Es sei gelungen, das Projekt mit Mitteln der Ausgleichsabgabe der Unteren Naturschutzbehörde und mit ganz normalen Agrarzuschüssen zu finanzieren. Derzeit sei der zur Herde gehörende Bulle nach Bottendorf „ausgeliehen“.

Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

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