Frankenberg

„Roter Adlerorden“ für Prof. Dr. Hanno Schmitt

- Frankenberg. Der ehemalige Edertalschüler Hanno Schmitt, emeritierter Professor für Geschichte des Erziehungs- und Bildungswesens, ist mit dem höchsten Orden des Bundeslandes Brandenburg ausgezeichnet worden.

Ministerpräsident Matthias Platzeck hängte dem 67-jährigen Frankenberger den „Roten Adlerorden“ um den Hals und dankte ihm für seine kreativen Dienste. Schmitt hatte 2000 das Rochow-Museum in Reckahn ins Leben gerufen. Bereits ein Jahr später war dieses Pädagogik-Museum in das Brandenburgische Blaubuch als „kultureller Gedächtnisort von besonderer nationaler Bedeutung“ eingetragen worden. Platzeck: „Professor Dr. Hanno Schmitt ist außerdem Initiator der Reckahner Bildungsgespräche, einem Forum konstruktiven Nachdenkens über Bildung in Gesellschaft, Politik und Kultur. Und dafür sind wir ihm besonders dankbar.“ Schmitt bestand 1963 das Abitur an der Edertalschule. Das war der letzte Abi-Jahrgang in Klassenformationen. Hanno gehörte zur 13 d, Klassenlehrerin war Eike Frank, damals noch Studienassessorin. Viele kennen ihn als Messdiener in der katholischen Kirchengemeinde St. Maria Himmelfahrt sowie als versierten Banjospieler einer kleinen Schüler-Band um Anton Reiter und Volker Pecher. Schmitt studierte in Marburg und München Pädagogik; 1978 promovierte er und 1989 habilitierte er sich in Erziehungswissenschaften, um dann von 1993 bis 2008 an der Universität Potsdam zu forschen und zu lehren, unter anderem über Erziehung und Bildung in der Spätaufklärung, über Reformpädagogik und Schulentwicklung in der Weimarer Republik, sowie über Erziehung und Unterricht im Nationalsozialismus. Über die Grenzen Brandenburgs hinaus bekannt geworden ist Hanno Schmitt mit seinem Museum in Schloss Reckahn, das heute von einem gemeinnützigen Verein getragen wird. Das Museum zeigt am Beispiel des aufgeklärten Gutsherrn Eberhard von Rochow (1734 bis 1805) dessen Einsatz gegen die Armut der Landbevölkerung auf. Der Gutsherr trat ein für „mehr Vernunft fürs Volk“ durch die überfällige Agrar- und Landschulreform. Der Vater von Hanno Schmitt war Direktor bei Thonet, er kam bei einem Bombenangriff ums Leben. Die Verbindung „zur alten Heimat im Edertal“ hat Hanno stets gehalten. Regelmäßig besucht er die Klassentreffen der „13 d“ und ist nach wie vor Mitglied im Frankenberger Geschichtsverein. Seine Frau Annedore, geb. Prengel, ist Professorin für Pädagogik und stammt ebenfalls aus Frankenberg. Seit dem Jahr 2005 verleiht das Bundesland Brandenburg den Roten Adlerorden als höchste Auszeichnung. Eine Dotierung ist mit der Ehrung nicht verbunden. Pro Jahr dürfen nicht mehr als 20 Personen ausgezeichnet werden. Die Zahl der Ordensträger ist auf 300 beschränkt.

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