Flächennutzungplan von Bromskirchen soll für neue Windräder geändert werden

Rückenwind für Energieprojekt

Neue Pläne für große Räder: In der Gemarkung von Bromskirchen in der Nähe zu Landesgrenze sollen neue Windkraftanlagen enthen, hier ein Symbolbild. Archivfoto: dpa

Bromskirchen. Für die Errichtung von neuen Windrädern in der Gemarkung Bromskirchen gibt es einen neuen Anlauf: Einstimmig hat das Parlament am Donnerstagabend den Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans der Gemeinde beschlossen.

Damit ist ein erster Schritt in einem langen Planungsprozess getan. An dessen Ende soll das Ergebnis stehen, ob überhaupt – und falls ja, wo – neue Windkraftanlagen in der Gemarkung gebaut werden können. Mit dem Verfahren habe die Gemeinde die Handlungshoheit und könne den Bau von Anlagen kanalisieren, erklärte Bürgermeister Karl-Friedrich Frese. Interessierte Investoren gibt es schon jetzt.

Die Vorgeschichte: Bereits 2009 hatte das Parlament beschlossen, gemeinsam mit einem Unternehmen aus Rheinland-Pfalz rund fünf Windräder im Gemeindewald zu errichten. Allerdings wurde die Planung gestoppt, nachdem die potenziellen Standorte nicht in den Regionalplan Nordhessen 2009 aufgenommen wurden. Nach Verkündung der „Energiewende“ durch die Bundesregierung sind die Chancen für ein ähnliches Projekt nun womöglich gestiegen.

Bis 140 Meter Nabenhöhe

Der Gemeindevorstand hatte das Thema im Frühjahr wieder aufgenommen und eine Vereinbarung mit einer Firma aus der Nähe von Köln getroffen. Diese betreibt schon fünf Windanlagen am „Gebrannten Rücken“ in der Gemarkung der Gemeinde und hat nun folgende Ziele:

• Die fünf Anlagen am Gebrannten Rücken sollen durch drei größere mit einer Nabenhöhe von mehr als 100 Metern ersetzt werden. Jene, die sich dicht an der Bebauung von Wundertshausen befinden, sollen mittelfristig aufgegeben werden.

• Bis zu zwölf neue Anlagen sollen im Gemeindewald und im Staatswald/Privatwald in der Gemarkung Bromskirchen entstehen. Etwa die Hälfte soll entlang des Grenzwegs in den Bereichen Lippestriesch/Kleiner Hoher Stein gebaut werden, die weiteren möglichen Standorte befinden sich auf einer Line „Gebrannter Rücken - Heiligenholz“ bis etwa oberhalb des Wohnplatzes Seibelsbach.

Ob die Anlagen tatsächlich gebaut werden und wie viele Anlagen es dann wirklich werden, soll Ergebnis der Bauleitplanung sein. Ebenso sollen dabei erst die Standorte im Detail festgelegt werden – die Hälfte der Anlagen könnte nach jetziger Planung auf Kommunalflächen entstehen.

Die Windräder, die am Lippestriesch denkbar sind, würden eine Nabenhöhe von rund 140 Metern haben (zum Vergleich: Der Turm der Frankenberger Liebfrauenkirche ist 63,5 Meter hoch). Der Rotordurchmesser läge bei 100 Metern – am höchsten Punkt wäre die Anlage mit Rotorflügel also 190 Meter hoch. Die Gemeinde betont, dass zur Wohnbebauung ein Abstand von mindestens einem Kilometer eingehalten werden soll – auch zum Ferienhausgebiet „Auf den Betten“. Zudem seien moderne Anlagen geräuscharmer als ältere.

Von Matthias Müller

Quelle: HNA

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