Jahreshauptversammlung des Kaufmännischen Vereins Frankenberg

Heß ruft Kaufleute zu Optimismus auf

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Bürgermeister Rüdiger Heß (rechts), mit dem Vorstand des Kaufmännischen Vereins in Frankenberg, von links Johannes Benner, Eva Mandel, Wilhelm Finger, André Kreisz, die frühere stellvertretende Vorsitzende Birgit Faupel, Christian Achenbach.Foto: Mark Adel

Frankenberg - Noch ist nicht klar, welches Pflaster in der Fußgängerzone verlegt wird und wie viel die Anlieger dafür bezahlen müssen, doch der neue Belag kommt: Darauf haben André Kreisz, wiedergewählter Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins, und Bürgermeister Rüdiger Heß bei der Sitzung der Kaufleute erneut hingewiesen.

Im Rahmen der Sitzung wurden Vorstand und Aktionsbeirat des Kaufmännischen Vereins gewählt. André Kreisz bleibt Vorsitzender. Einzige Neuerung: Die stellvertretende Vorsitzende Birgit Faupel schied aus dem Vorstand aus. Ihr Nachfolger ist Johannes Benner.

„Die Leerstandsproblematik in Innenstädten gibt es überall“, sagte André Kreisz während der Sitzung im Hotel „Die Sonne“. „Die Frage ist, wie man damit umgeht.“ Es würden „Schlagworte aufgegriffen und dann polemisch durchs Dorf getrieben“. Der kaufmännische Verein würde „unsachliche öffentliche Äußerungen nicht kommentieren“, sagte Kreisz. „Das bedeutet nicht, dass sich am festen Willen etwas ändert, Frankenberg als Einkaufsstadt fortzuentwickeln. Damit einher gehen massive bauliche Veränderungen in der Fußgängerzone.“ Die Innenstadt solle für Bürger, Kunden und Touristen attraktiv bleiben. Dabei sei die Pflasterung eine „rein bauliche Maßnahme zum Erhalt des Straßenkörpers“, sagte Kreisz. „Sie spricht aber den Anlieger nicht frei, in seine Immobilie zu investieren“, ergänzte er und warb um bauliche Optimierungen an Eingang, Fassade, Beleuchtung oder Barrierefreiheit. „Gerade dann, wenn Mieter sich die Immobilie aussuchen können, werden sie die für sich besten Umstände wählen.“

Die bereits verlegten Platten dienten nur dem Test der Oberfläche. „Weder Farbe noch Größe haben etwas mit dem neuen Belag zu tun“, sagte Kreisz. „Dieser wird erst noch festgelegt.“

Den Blick aufs Positive richten, dafür warb Bürgermeister Rüdiger Heß. „Frankenberg hat ein sehr gutes Standing“, sagte er und nannte als Beispiel die Entscheidung von Vitos, die Psychiatrie ans Kreiskrankenhaus und nicht in Korbach anzusiedeln. „Das ist etwas, worauf wir stolz sein können. Wir müssen stolz sein auf uns. Diese Meckerer, die bin ich leid.“ In Sachen Arbeitslosenquote herrschten in Frankenberg „südhessische Verhältnisse“. Die Kosten für das neue Pflaster der Fußgängerzone werden zu 75 Prozent auf die Anlieger umgelegt. Es handele sich um das „Wohnzimmer der Stadt“.

Zum Thema Leerstände betonte Heß, „die Fußgängerzone ist nicht so geworden, weil das Frankenberger Tor kommt“. Die Stadt habe die Besitzer leer stehender Geschäfte angeschrieben: „Da erwarte ich mehr Mitmachen.“ Heß hofft auf Fördergelder vom Land für die Sanierung des Pflasters. Dann könnten die Kosten für Anlieger ähnlich hoch sein wie an herkömmlich asphaltierten Straßen.

Nach gut besuchten Aktionen hoffen die Mitglieder des Kaufmännischen Vereins auch in diesem Jahr wieder auf volle Geschäfte. Bei der Jahreshauptversammlung wurde aber auch Verbesserungsbedarf deutlich – etwa bei Weihnachtsaktionen. Die Veranstaltungen seien aber durchweg sehr gut besucht gewesen: „Hier sind wir einfach sehr stark unterwegs.“ „Luft nach oben“ Die Kaufleute wollen auch in diesem Jahr wieder den Winter verabschieden und den Frühling einläuten (siehe Kasten). Kreisz zog ein positives Resümee aus dem vergangenen Jahr: „Wer aktiv war, hatte Publikum, wer abwartete, hatte weniger Erfolg.“ Allerdings sei das Wetter schlecht gewesen.

Das Thema Weihnachten sei nicht zuletzt am Wetter fast untergegangen. Höhepunkt sei die Weihnachtsbaumwunschaktion gewesen: „Das macht immer einen Riesenspaß.“ Allerdings sei noch „Luft nach oben“. Zwei eigene Holzbuden seien zu wenig, „das kann nur ein Anfang sein“.Er warb bei den Kaufleuten um Optimismus. „Das Internet bietet kein Café, keine Eisdiele, nichts zum Anfassen, Riechen, Schmecken, Wohlfühlen“, sagte Kreisz. „Eine lebendige und blühende Stadt wird auch zukünftig nicht von Smartphones und Tablets ersetzt werden können.“ (da)

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