Burgwald

Saftkelterei steht vor dem Aus

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- Burgwald-Ernsthausen (apa). Aus wirtschaftlichen Gründen kündigt „Mayer und Schlichterle“ die Schließung von Kelterei und Getränkemarkt an. Schon diesen Herbst werden keine Äpfel zum Pressen mehr angenommen. Drei Teilzeitkräfte verlieren ihren Arbeitsplatz.

In Jahren mit guter Ernte standen die Menschen Schlange vor der Natursaftkelterei in Ernsthausen, um säckeweise Äpfel abzugeben und dafür Kisten mit frischem Saft mit nach Hause zu nehmen. Diese Ära ist zu Ende. Gartenbesitzer müssen künftig entweder selbst Saft pressen oder eine Alternative für das Obst suchen: Die Kelterei schließt Ende November.

Daran ist nicht zuletzt das Verhalten der privaten Anlieferer schuld: „Früher erhielt der Kunde für 100 Kilo Äpfel eine Gutschrift über 80 Flaschen Apfelsaft, die er das Jahr über eingelöst hat“, berichtet Bernd Schlichterle, einer der beiden Inhaber. Für die Produktionskosten erhob die Kelterei einen Zuschlag. „Heute will jeder seine Äpfel verkaufen oder mit Apfelsaft direkt verrechnen“, beschreibt Schlichterle. „Sie wollen nicht draufzahlen. Aber wir haben viel Arbeit und viele Unkosten, aber bekommen keine Liquidität“, beschreibt er. „Es rechnet sich nicht mehr, egal wie man es dreht.“

Aber auch andere Faktoren spielten eine Rolle bei der Entscheidung für die Schließung. Der Getränkeverkauf habe sich, bedingt durch die Discountmärkte, derartig geändert, dass der Preis „kontrovers zur regionalen Qualität“ stehe. Und die Glasflaschen, die „Mayer und Schlichterle“ verwendet, seien vermehrt durch Einwegflaschen vom Markt gedrängt worden. Innerbetriebliche Auflagen wie der Bau einer hauseigenen Kläranlage, steigende Ölpreise sowie die drei verschiedenen Standorte für Produktion, Lager und Verkauf von Saft und die daraus resultierenden höheren Logistikkosten hätten es der Firma auch nicht leichter gemacht, teilt das Unternehmen mit.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 8. April

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