Frankenberg

Sanfte, verträumte Winterstimmungen

- Frankenberg (sos). Das Duo „Mondsüchtig“ stellte einem begeistertem Publikum in der Ederberglandhalle sein neues Album „Sinnflut“ vor. Mit sanften, verträumten Melodien und mit warmen, gefühlvollem Gesang, umschmeichelt vom Gitarrenspiel – so bezauberten Charlotte Pierre und Eugen Wiedemann ihre Zuhörer.

In der gut gefüllten Ederberglandhalle wurde es augenblicklich mucksmäuschenstill, als das Duo die Bühne in seiner Heimatstadt betrat. Das Getuschel verstummte und das Publikum ließ sich vom ersten Lied an von Charlotte Pierres warmen, markanter Stimme und Eugen Wiedemanns ruhigem, zurückhaltendem, aber dennoch eingängigen Gitarrenspiel bezaubern. Die beiden Musiker sind bekannt für ihre romantisch-verträumten, mitunter nachdenklichen Lieder, für gefühlvolle Texte mit viel Tiefgang und für eine originelle und besondere Mischung aus Funk, Jazz, Pop und Soul – und sie wurden diesem Ruf bei ihrem Konzert vor heimischem Publikum voll und ganz gerecht: Es war ein „Ohrenschmaus“, der bei den Zuhörern keine Wünsche offen ließ.Das Duo „Mondsüchtig“ präsentierte die Stücke aus seinem neuen Album „Sinnflut“, beginnend mit „Unendlich“, auch auf der CD das Eröffnungsstück. Aber auch einige ältere Stücke hatten die beiden zur Freude des Publikums im Programm. Das Besondere an der Musik von „Mondsüchtig“ ist, wie es den beiden Musikern gelingt, Emotionen in ihren Liedern einzufangen und unverfälscht an ihre Zuhörer weiterzugeben – was ihnen auch am Freitagabend mühelos gelang. Ihre Musik solle ausdrücke, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist, sagte Charlotte Pierre. Zwischen den Liedern berichtete die Sängerin von ihrer achttägigen Deutschlandtour, die die beiden Musiker unter anderem nach Hamburg, Karlsruhe und Wuppertal geführt hatte. Sie beschrieb auch, wie die Stücke entstehen und wie Begegnungen auf Konzertreisen ihre Lieder beeinflussen. Besonders in Erinnerung geblieben ist Charlotte Pierre die Entstehung des Liedes „Leise“, das sie im vergangenen Winter schrieben, als die beiden in ihrem Proberaum saßen und eingeschneit waren: „Wir fühlten beide eine Art Einsamkeit in uns, jedoch empfanden wir dieses Gefühl nicht unbedingt als negativ“, erzählt die Sängerin dem Publikum, bevor sie das Lied spielten und sich die Zuhörer gut in diese Winterstimmung hineinversetzen konnte. Nach einigen Stücken stellte das Duo ihren Überraschungsgast an diesem Abend vor: die Kölner Cellistin Elisabeth Fügmann, die Pierre und Wiedemann bei den weiteren Liedern begleitete. Die sanften Töne von Fügmanns Cellos passten sehr gut zu Pierres Stimme und auch zur Gitarre bildete das Instrument einen angenehmen Kontrast. Das erste Lied, das die drei zusammen spielten, war „Regenbogen“, ebenfalls vom neuen Album. Auch zu diesem Lied gab es wieder eine kleine Geschichte: Das Duo widmete es den Menschen, die man nur durch kurze Begegnungen kenne, die aber trotzdem einen bleibenden Eindruck hinterlassen – und auch dafür verantwortlich sein könnten, dass man sich im Leben vielleicht anders entscheidet, als man es zuvor getan hätte. Pierres sanfte Stimme machte diese Begegnung für das Publikum fast greifbar.Eine hautnahe und für die Fans eindrucksvolle Begegnung mit den Künstlern ergab sich in der Konzertpause, in der sich Charlotte Pierre und Eugen Wiedemann unter die Besucher mischten und Autogrammwünsche erfüllten. Eine weniger erfreuliche Nachricht des Abends war, dass das Duo „Mondsüchtig“ bald eine Pause machen wird.

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