Rosenthal

Sanierung der Rosenthaler Kirche: Neuer Hahn ist montiert

- Rosenthal (jos). Seit drei Jahren wird an der Rosenthaler Kirche gebaut: Zunächst nur notdürftigen Ausbesserungen am Dach schloss sich eine umfassende Sanierung an. Bald soll alles fertig sein.

Als vor einigen Wochen der Hahn vom Turm genommen wurde, waren einige Rosenthaler überrascht. Schnell ging das Gerücht um, der stählerne Gockel sei gestohlen worden. Mitnichten: Im Zuge der Kirchensanierung hatten sich auch Kreuz und Kugel von der Spitze des Kirchturms eine Generalüberholung verdient. Die hatte der Rosenthaler Gerhard Lanz übernommen. Der Kunstschmied war es dann auch, der einen neuen Hahn für das Gotteshaus gefertigt hat. Mit einem Kran ließen die Handwerker gestern Morgen das Kreuz und die Kugel nach oben schweben. In luftiger Höhe waren dann Kraft und Geschick gefragt: Die zusammen rund 100 Kilogramm schweren Teile sollen ja einige Jahre den Kirchturm zieren – also mussten sie auch nach allen Regeln der Handwerkskunst montiert werden. Schnell war die Ausrichtung geklärt: Denn der First des Kirchenschiffes zeigt genau in Richtung Osten und bot den Dachdeckern so perfekte Orientierung. „Ist auch alles gerade?“, fragte einer der Handwerker. Neben Architekt Johann Heinrich Berghöfer überprüften auch die Kirchenvorstandsmitglieder Marita Mengel und Hans Golde, ob alles passt. Und es passte – also schraubte Gerhard Lanz das Kreuz fest. Kurz danach folgte der große Moment für die Stadt Rosenthal: Einer der Dachdecker fettete zunächst die Spitze des Kreuzes ein, um dann den neuen Hahn daraufzusetzen. Kaum hatte der stählerne Gockel seinen neuen Platz in rund 40 Metern Höhe eingenommen, drehte er sich auch schon mit dem Wind. „Gut gemacht“, lobte Berghöfer den Rosenthalter Kunstschmied. Neben der Windrichtung signalisiert der neue Wetterhahn den Rosenthalern auch: Die umfassende Sanierung ihrer Kirche nähert sich dem Ende, die Handwerker befinden sich auf der Zielgeraden. Das Gerüst kann laut Berghöfer demnächst abgebaut werden, die Schieferplatten am Turm sind so weit fertig erneuert. Voriges Jahr war bereits die Sandsteinfassade saniert worden. Das Dach des Chor-Raumes ist schon 2007 erneuert worden. Einzig im Inneren der Kirche stehen noch einige Arbeiten an – aber auch die sollen bald abgeschlossen werden. Derzeit laufen noch Ausbesserungen am Putz, die Decke ist bereits neu gestrichen. „Wir müssen noch den Fußboden machen und die Bänke streichen“, berichtete Berghöfer. Wann genau alles fertig ist – da wollte er sich lieber nicht festlegen. Weihnachten könne die Gemeinde auf jeden Fall wieder in ihrer Kirche feiern. „Aber es soll schon noch etwas früher fertig sein“, sagte der Architekt. Der Chorraum der Kirche stammt aus dem 14. Jahrhundert, Turm und vermutlich auch das Mittelschiff sind 1518 errichtet worden. 1641 ist die Kirche ausgebrannt, fünf Jahre später erhielt sie ein neues Dach. Das Seitenschiff und der Turmhelm wurden 1888 erbaut.

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