Portal der Stadt

Sanierung: Frankenbergs Bahnhof soll wieder attraktiv werden

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Gruppenbild mit Bahnhof: So bannte 1898 der Frankenberger Fotograf Friedrich Gilbert das noch junge Bahnhofsgebäude mit Güterschuppen auf die Glasplatte. Die Strecke nach Korbach war noch im Bau. Im Hintergrund die katholische Kirche von 1893. Foto: Völker

Frankenberg. Kein anderes Gebäude in der Geschichte der Stadt verkörpert den Einstieg in die moderne Zeit so wie der Frankenberger Bahnhof. Nun soll er mit seinem Vorplatz in einer umfassenden Sanierung wieder zu dem werden, was er einmal war: zum einladenden Portal für die Stadt Frankenberg.

Mit ihm, dem Bahnanschluss nach Marburg und der Ansiedlung der Thonet-Fabrik zog 1890 die Industrie in Frankenberg ein – mit drei Streckenerweiterungen nach Korbach (1900), über Winterberg nach Nordrhein-Westfalen (1908) und durchs Obere Edertal nach Raumland/Berleburg (1910) kam es zu einem gewaltigen Wachstumsschub im Personenverkehr und Güterumschlag für die Region.

Dieser Verkehrsknotenpunkt überstand kurz vor Kriegsende 1945 noch zwei schwere Bombenangriffe, aber zunehmender Individualverkehr und Streckenstilllegungen von 1967 bis 1987 verurteilten das nun unter Denkmalschutz stehende Bahnhofsgebäude zum Funktionsverlust und langsamen Sterben.

Doch nun soll es mit seinem Vorplatz in einer groß angelegten Sanierung wieder zu dem werden, was es einmal war: zum einladenden, attraktiven Portal für die Stadt Frankenberg, das das in der Kaiserzeit schon gebrauchte Wort „Empfangsgebäude“ wieder verdient.

Denn mittlerweile verzeichnet der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) hier wieder täglich etwa 870 Ein- oder Aussteiger in die Burgwaldbahn und 1360 Nutzer von Buslinien (2013), Tendenz steigend.

In die Modernisierung der Strecke mit Zügen im Stundentakt nach Marburg sind in den vergangenen Jahren Millionen investiert worden, Park-and-Ride-Plätze ab Münchhausen locken Pendler ins Rhein-Main-Gebiet und die touristischen Angebote mit speziellen Fahrradwagen wurden verstärkt.

Von Karl-Hermann Völker

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Quelle: HNA

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