Löhlbach

Sanierung wird nicht aufgeschoben

- Haina-Löhlbach (apa). Die überraschend zutage getretenen Schäden am Löhlbacher Kindergarten werden beseitigt, die Ausstattung wird erneuert. Das haben die Gemeindevertreter beschlossen.

Rund 100 000 Euro zusätzliche Kosten werden für Maler- und Tapezierarbeiten, eine neue Küche, Elektro-, Sanitär- und Heizungsinstallationen, neue Fliesen und Arbeiten an den Türen und Decken fällig. Die Schäden waren erst während der Um- und Anbauarbeiten für die neuen U3-Räume erkannt worden (FZ berichtete am Mittwoch). Die Fraktionen von SPD, Freien Bürgern Löhlbach (FBL) und der Bürgergemeinschaft Großgemeinde Haina (BGH) waren sich einig, dass die Arbeiten notwendig sind. „Es besteht ein erheblicher Sanierungsbedarf“, betonte SPD-Sprecher Wilhelm Schäfer. Da die Gemeinde ohnehin zurzeit an dem Gebäude baue, müsse sie die Sache jetzt in Angriff nehmen. Frank Happel (BGH) sei „schockiert“ gewesen, als er von den Mehrkosten erfahren hatte. „Wir haben mal mit einem Eigenanteil von 39 000 Euro angefangen. Dann kam die energetische Sanierung dazu und jetzt bewegen wir uns bei 220 000 Euro. Wie kann so etwas passieren?“ Er betonte, dass die Gemeindevertreter stimmige und schlüssige Angaben von den Architekten und Baubüros erwarten. Bei künftigen Beschlüssen werde man „noch viel genauer hinsehen“. Auch Bernhard Keute (FBL) sprach sich dafür aus, das Geld für die Sanierung auszugeben. „Die Maßnahmen sind notwendig“, zeigte er sich überzeugt. „Wir können nicht einfach aufhören. Im Rahmen der Vorsorglichkeit und der Fürsorge haben wir sogar die Pflicht“, unterstrich Keute. Ganz anders sieht dies Erhard Hofmeister (Unabhängige Bürger Dodenhausen): „Das sind wieder 100 000 Euro außerplanmäßige Ausgaben“, schimpfte er. Das Projekt habe auch noch Zeit, um in den Haushalt des Jahres 2011 aufgenommen zu werden. Es gebe keinen Grund zur Eile: Die Kinder seien in der alten Grundschule derzeit gut untergebracht. Bürgermeister Rudolf Backhaus nahm vor dem Parlament und einigen Gästen Stellung. „Vielleicht waren wir zu blauäugig oder haben uns etwas vorgemacht“, räumte er ein. Er verwies aber auch auf die Situation, die jeder kenne, der schon einmal in den eigenen vier Wänden renoviert habe: „Man will nur tapezieren und dann kommt mehr und mehr dazu.“ Der Rathauschef berichtete von Firmen, die die Gemeinde im Sommer „hängen gelassen“ hatten. Auch das Richten sei bereits für Dienstag angekündigt gewesen und am Donnerstag immer noch nicht geschehen. Er gehe davon aus, dass Anbau und Sanierung im April oder Mai abgeschlossen sein würden. Sowohl in Haina als auch in Löhlbach sollten die Kindergärten zum neuen Kindergartenjahr bereit sein. Mit den Gegenstimmen der beiden Vertreter der UBD stimmte das Parlament für die Mehrausgabe.

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