Frankenau

Schäfer muss mit Q-Fieber infizierte Tiere nach Frankenau holen - Video

- Frankenau (rou). Auf Anordnung des Regierungspräsidiums Darmstadt und des Sozialministeriums soll Schäfer Holger Backhaus 100 trächtige Schafe umgehend in seinen Stall in einem Tal bei Frankenau bringen. Die Schafe sind im Lahn-Dill-Kreis am Q-Fieber erkrankt.

Mit der knapp 1200 Tiere umfassenden Schafherde zieht Holger Backhaus seit fünf Jahren über Wiesen in Mittelhessen. Irgendwo im Land-Dill-Kreis oder im Raum Gießen haben sich einige seiner Tiere mit dem Q-Fieber infiziert. „Vermutlich sind fünf Tiere krank, bestätigt ist das aber noch nicht“, sagte der Schäfer am Donnerstag gegenüber WLZ-FZ.

Um eine Übertragung des Bakteriums auf den Menschen zu verhindern, müssen die lammenden Tiere umgehend in einem Stall untergebracht werden: quasi in Quarantäne. Doch die Suche nach einem Quartier war trotz aller Bemühungen vergeblich. „Ich habe keinen Landwirt gefunden, bei dem ich die Tiere unterstellen könnte“, sagte der derzeit in Frankenberg wohnende Schäfer und äußerte zugleich Verständnis dafür. „Es will sich doch niemand das Q-Fieber in seinen Stall holen.“ Auf Anordnung des Regierungspräsidiums in Darmstadt soll der Schäfer etwa 100 in kürze lammende Tiere nach Frankenau bringen. Dort besitzt Backhaus in einem Seitental der Ziegenbockstadt ein landwirtschaftliches Anwesen. In diesem sollen die Tiere untergebracht werden.

Der Transport ist für den heutigen Freitag geplant. Dies versuchen Stadt und Landkreis zu verhindern. Es wurde eine Anordnung erlassen, die Backhaus den Transport nach Frankenau untersagt. Das Regierungspräsidium hat wiederum angeordnet, dass die Schafherde in der Ziegenbockstadt „einzustallen“ ist. Bürgermeister Björn Brede ist entsetzt: „Wir sind bisher eine Q-Fieber-freie Region. Am Freitag bekommen wir das Bakterium importiert.“ Er befürchtet negative Folgen für den Tourismus und die Naturschutzprojekte in der Gemarkung. Das Q-Fieber ist vom Tier auf den Menschen übertragbar.

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